Möglicher Wendepunkt für den Nemax bei 4.000 Punkten
Wenn Börsenträume zu Alpträumen werden

Die kommende Börsenwoche wird nach Einschätzung von Marktbeobachtern verschiedener Banken den meisten Aktionären ebenso wenig Freude bereiten wie die vergangene. Insbesondere die bislang als Wachstumswerte titulierten Papiere am Neuen Markt in Frankfurt am Main oder jenseits des Atlantiks an der Nasdaq zeigten, "wie schnell Börsenträume zu Alpträumen werden können", resümiert etwa die Frankfurter DG Bank in ihrem wöchentlichen Marktbericht.

adx BERLIN. Tatsächlich verlor der NEMAX-50-Index, der die wichtigsten Aktien des Neuen Marktes umfasst, seit Wochenbeginn annähernd 13 Prozent. Auch der weniger schwankungsanfällige DAX sank immerhin um rund 4,5 Prozent.

Einstige "Lieblinge" sind unter die Räder gekommen

Prominente Opfer eines "Ausverkaufs" wurden unter anderen EM.TV und Intershop. Aber auch Technolgiewerte im DAX konnten sich der Verkaufswelle nur bedingt entziehen. Die Infineon-Aktie, die im Frühjahr einen Ansturm der Kleinanleger auf Haus- und Direktbanken auslöste und zwischenzeitlich fast 100 Euro wert war, rutschte am Donnerstag auf ein historisches Tief bei rund 49 Euro.

Gute Perspektiven bleiben bestehen

Dabei hat sich an den guten Perspektiven dieser und anderer Unternehmen nichts geändert, wie Analysten zu bedenken gaben. Vielmehr würden "überzogene Erwartungen korrigiert, die sich im Frühjahr unter der New-Economy-Euphorie" aufgebaut hätten, kommentiert die Bankgesellschaft Berlin. Mittlerweile stünden die Technologiewerte wieder dort, wo der kaum zu begründende Höhenflug einst begann.

Anleger sollen vorsichtig kaufen

Trotz der deutlichen Kursverluste vieler Aktien sehen die Marktbeobachter noch keine Einstiegspreise, sondern raten allenfalls zu vorsichtigen Käufen. Denn neben dem Dauerthema Euro-Schwäche nimmt die Sorge vor steigenden Ölpreisen wieder zu. Die Gewaltwelle zwischen Israelis und Palästinensern schlug sich in der vergangenen Woche bereits in einem Preissprung um rund vier auf rund 34 US-Dollar je Barrel Rohöl nieder. Damit steigt die Inflationsangst und die Wahrscheinlichkeit neuerlicher Zinserhöhungen, was von der Börse gemeinhin mit fallenden Kursen quittiert wird.

Das Pulver nicht zu früh verschiessen

Entsprechend rät die Frankfurter Commerzbank bei Käufen zu einem "defensiven Vorgehen". Die Analysten empfehlen Aktien der DAX-Werte DaimlerChrysler und Siemens, die Nebenwerte SGL Carbon und DePfa-Bank oder, "für risikobewusste Anleger", Fonds mit Werten des Neuen Marktes. Auch die GZ-Bank, Stuttgart, mahnt Anleger zu Zurückhaltung. Käufe sollten bei ausgewählten Titeln "sukzessive" und in einer mittelfristigen Perspektive getätigt werden. Empfehlenswert seien Bayer, Unilever oder auch Aktien der Cenit Systemhaus AG. Wichtig sei, auf einen ausreichenden Bargeldbestand im Depot zu achten.

Das Restrisiko ist überschaubar geworden

Zurückhaltend sind die Marktexperten mit einer Prognose, wann es an den Börsen wieder aufwärts geht. Doch gibt die DG Bank zumindest einen Ausblick darauf, was Anlegern in der kommenden Woche schlimmstenfalls bevorsteht. Charttechniker, die aus Kurskonstellationen Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung ziehen, machten so einen möglichen Wendepunkt für den Nemax bei 4.000 Punkten und für den DAX bei 6.400 bis 6.500 Punkten aus. Sollten diese Werte jedoch unterschritten werden, könne es bei den Standardwerten in Richtung der 6.000-Punkte-Marke weitergehen. Beim Nemax liege das "maximale charttechnische Restrisiko" bei 3.500 Punkten.

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