Möglicherweise große Belastung
Kirch Media stützt sich auf Pro Sieben Sat.1

Die insolvente Rechte- und Fernsehgesellschaft Kirch Media will sich einer Zeitung zufolge vor allem auf Kosten der Senderfamilie Pro Sieben Sat.1sanieren. Kirch Media besitzt die Mehrheit an der Familie.

Reuters BERLIN. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf ein Sanierungskonzept der Unternehmungsberatung Roland Berger berichtet, soll Pro Sieben Sat.1 der Muttergesellschaft mehr Filme und Serien abkaufen. Damit sollten der Umsatz und die Gewinne der Kirch Media beim Filmhandel in den kommenden Jahren ausgeweitet und der Konzern für neue Investoren attraktiver gemacht werden.

Der Filmhandelsumsatz solle von 910 Mill. Euro im vergangenen auf mehr als 1,4 Mrd. Euro bis 2006 ansteigen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das Papier. Bereits für den von 2001 bis 2003 vorgesehenen Zuwachs auf mehr als eine Milliarde Euro solle Pro Sieben Sat.1 sorgen, in dem sie die Einkäufe bei der Kirch Media von 366 auf 486 Mill. Euro erhöhe.

Beziehungen klären

Zwischen dem Etatvorschau der Kirch Media und den Plänen der Senderfamilie gebe es jedoch "signifikante Abweichungen", stelle die Berger-Studie fest. Die Beziehung müsse rasch geklärt werden: "Neben der Plausibilisierung der Pro Sieben Sat.1-Planung ist insbesondere eine Abstimmung der Intercompany-Beziehungen erforderlich." Die "Süddeutsche" zitiert den Vorstandschef von Pro Sieben Sat.1, Urs Rohner, mit den Worten: "Wir kaufen nur das, was wir brauchen - und das auch nur zu einem Preis, der uns attraktiv erscheint."

Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte am Mittwoch vorab unter Berufung auf das Berger-Strategiepapier berichtet, Kirch Media wolle ihren Umsatz im Rechtehandel mit Filmen und TV-Serien bis zum Jahr 2006 um 60 % auf 1,4 Mrd. Euro steigern. Dabei gebe es jedoch gravierende Risiken, wie zum Beispiel den fraglichen Fortbestand des Pay-TV-Senders Premiere, mit dem Kirch Media mehr als ein Drittel ihres Umsatzes mache. Kirch Media hatte am 8. April Insolvenz angemeldet. Die neue Geschäftsführung will das Kerngeschäft des Unternehmens an neue Investoren verkaufen. Die französische Sendergruppe TF1, die beiden Verlagshäuser Axel Springer und Heinrich Bauer sowie ein Konsortium von Commerzbank und dem US-Studio Columbia haben bereits öffentlich ihr Interesse bekundet.

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