Möglicherweise Unfallursache
Firestone muß offenbar Mill. Reifen zurückrufen

Reuters DETROIT. Der japanische Reifenhersteller Bridgestone wird in den USA offenbar Mill. von Autoreifen seiner Tochter Firestone vom Markt nehmen. In Kreisen, die mit der Lage vertraut sind, hieß es am Dienstagabend in Detroit, Firestone werde den Rückruf von bestimmten Reifen für Geländewagen und Pickup-Pritschenwagen am Mittwoch offiziell bekannt geben. US-Sicherheitsbehörden untersuchen angebliche Mängel an den Reifen, die möglicherweise zu Unfällen mit mindestens 46 Todesopfern geführt haben. Fahrzeuge in Deutschland fahrende sind wahrscheinlich nicht betroffen. Ein Sprecher des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg sagte, seinem Amt liege keine entsprechende Mitteilung vor. Auslöser der Aktion sind offenbar Berichte von Kunden, wonach sich in zahlreichen Fällen die Laufflächen von den Reifen gelöst haben sollten. Von der Rückrufaktion seien Fahrzeuge verschiedener Hersteller betroffen, hieß es in den Kreisen. Die Vorfälle ereigneten sich hauptsächlich in den südlichen Staaten der USA, also in warmen Gebieten. Bei den betroffenen Reifen handele es sich um die Typen Firestone ATX, ATX II und Wilderness AT. Zurückgerufen würden weniger als die Hälfte der insgesamt 48 Mill. Reifen, die seit 1990 in drei betroffenen Produktlinien hergestellt worden seien. Montiert worden seien die Reifen auf Fahrzeuge der Autohersteller Ford, General Motors, Toyota und Nissan. Bridgestone habe der Rückrufaktion nach einem Krisentreffen mit der US-Verkehrssicherheitsbehörde und dem Autohersteller Ford am Dienstag in Washington zugestimmt, hieß es in den Kreisen weiter. Ford-Vertreter nahmen an dem Treffen teil, da die meisten Zwischenfälle mit den Reifen von Besitzern des Geländewagens Ford Explorer gemeldet wurden, dem am häufigsten verkauften Geländewagenmodell in den USA. Die Organisation Strategic Safety, die mit Anwälten von Betroffenen zusammenarbeitet, hat nach eigenen Angaben inzwischen bereits mehr als 270 Beschwerden vorliegen, die die Reifen betreffen. Ein Firestone-Sprecher wollte die angeblich bevorstehende Rückrufaktion nicht bestätigten. Am frühen Abend europäischer Zeit war jedoch nach offiziellen Angaben eine Pressekonferenz des Unternehmens angesetzt. Ein Analyst in Japan schätzte, die Aktion könnte das Unternehmen bis zu 500 Mill. $ kosten. Der japanische Konzern Bridgestone hatte den US-Hersteller Firestone 1988 übernommen.

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