Möglichkeiten gelten auch für Riester-Rente
"Ich will raus": Wie Verbraucher überflüssige Versicherungsverträge wieder loswerden

Mit dem Gedanken an eine Kündigung der Versicherung spielen momentan viele Verbraucher, die bereits jetzt Verträge für ihre Altersvorsorge abgeschlossen haben.

ddp BERLIN. Diese Verträge sollen dann im kommenden Jahr mit der "Riester-Rente" staatlich gefördert werden. Der Bund der Versicherten weist in seiner Broschüre zum Thema private Altersvorsorge darauf hin, dass die bisher angebotenen Produkte zur Vorsorge noch nicht das erforderliche Zertifikat vorweisen können, das für die Bewilligung der staatlichen Förderung später notwendig ist. Darüber hinaus besagt auch eine später tatsächlich erteilte Zertifizierung noch nichts über die Qualität der vertraglich vereinbarten Geldanlage.

Für Ausstiegswillige ist deshalb das bestehende Kündigungsrecht bei Versicherungsverträgen von Bedeutung. Wer eine Versicherung als Privatperson abschließt, kann den Antrag in jedem Fall innerhalb von zwei Wochen widerrufen, wenn er die Bestätigung durch die Versicherung - die so genannte Police - noch nicht erhalten hat, betont der Bund der Versicherten. Wer über dieses Widerrufsrecht nicht informiert wurde, hat sogar noch mehr Zeit: Die Frist beträgt dann einen Monat nach Zahlung der ersten Prämie. Sobald die Versicherungsgesellschaft die Police zugestellt hat, bleiben dem Versicherten weitere 14 Tage, um den Vertrag wieder rückgängig zu machen. In allen Fällen gilt übrigens: Wer den Vertrag wieder stornieren möchte, sollte das der Versicherung aus Beweisgründen immer per Einschreiben mit Rückschein mitteilen, um den Widerruf später beweisen zu können.

Der Bund der Versicherten weist im Hinblick auf die Riester-Rente ferner darauf hin, dass Verbraucher noch über ein Jahr - bis zum Dezember 2002 - die Möglichkeit haben, einen förderungsfähigen Vertrag abzuschließen. Auch bei derartig spät abgeschlossenen Verträgen komme man noch in den Genuss der vollen Förderung für das Jahr 2002. Eine Entscheidung für eine Gesellschaft oder ein bestimmtes Produkt sei daher jetzt noch gar nicht nötig, zumal ein objektiver Vergleich der verschiedenen Angebote momentan nicht möglich sei.

Die Broschüre zum Thema private Altersvorsorge ist erhältlich beim Bund der Versicherten, Postfach 1153, 24547 Henstedt - Ulzburg, per Telefon unter 04193 / 94222 und im Internet.

Neben den Verträgen zur Altersvorsorge schließen viele Versicherte immer noch Policen für andere Versicherungen über mehr als ein Jahr Laufzeit ab, weil die Gesellschaften dann Rabatte in Aussicht stellen. Wer solche Versicherungsverträge mit einer festen Laufzeit von 24 und mehr Monaten hat, kann vor dem Ende der vereinbarten Laufzeit nur in wenigen Fällen aussteigen. So können Versicherte zum Beispiel kündigen, wenn der Gesellschaft ein Schaden gemeldet wurde und die Versicherung ihn bezahlt hat. Eine Kündigung ist aber selbst dann meist erst zum Ende des Versicherungsjahres möglich - steigen Versicherte vorher aus, verlieren sie zwar den Versicherungsschutz, müssen aber weiterhin die Prämien zahlen.

Ein Kündigungsrecht haben viele Kunden auch, wenn die Prämien für die Policen bei gleichbleibenden Leistungen erhöht werden. So können Versicherte, deren Verträge nach dem Juli 1994 abgeschlossen wurden, bei jeder Beitragserhöhung kündigen, wenn die höhere Prämie nicht durch bessere Leistungen gerechtfertigt ist. Noch leichter haben es Verbraucher aus den neuen Ländern: Langfristige Verträge, die vor 1993 unterschreiben wurden, können sie jederzeit zum Ende des Versicherungsjahres kündigen.

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