Mölicherweise meldungspflichtige Informationen verbreitet
Aufsichtsamt prüft Investorenkonferenz

Das Bundesaufsichtsamt für das Wertpapierwesen (BaWe) prüft, ob Unternehmen auf einer Konferenz der Deutschen Bank mitteilungspflichtige Informationen verbreitet haben. Entsprechende Medienberichte bestätigte eine Sprecherin der Behörde am Freitag.

dpa FRANKFURT/MAIN. Auf der nicht-öffentlichen Investoren-Tagung hatten sich am Donnerstag Vorstände großer Aktiengesellschaften mit 100 internationalen Fondsmanagern und institutionellen Anlegern getroffen.

Vor allem die Commerzbank hatte durch ihren Auftritt auf dem Börsenparkett für Ärger gesorgt: Ein Vorstandsmitglied gab auf der Konferenz eine Prognose für das Vorsteuerergebnis 2002 ab. Das trieb nach Ansicht von Händler den Börsenkurs um drei Prozent nach oben. Dennoch hat das Geldhaus dadurch offenbar nicht gegen seine gesetzliche Pflicht verstoßen, alle Anleger sofort über kursbewegende Tatsachen zu unterrichten (Ad-hoc-Pflicht). "Uns liegen keine Hinweise vor, dass gegen die Ad-hoc-Pflicht verstoßen wurde", sagte die BaWe-Sprecherin. Prognosen gelten nicht als Tatsachen, und nur die müssten gemeldet werden.

Allerdings prüft das BaWe weiterhin, ob auf der Konferenz anderweitig internes, kursrelevantes Wissen weitergegeben wurde, das illegale Aktiengeschäfte ermöglichen könnte. Welche Fälle sie genau unter die Lupe nimmt, teilte die Behörde nicht mit. Bislang hat die Wertpapieraufsicht nur eine Voruntersuchung und noch kein förmliches Verfahren eingeleitet.

Die Deutsche Bank hält die Aufregung um die Konferenz für unbegründet. Auf dem Parkett gibt es Stimmen, die diese Meinung teilen. "Ob die Informationen von dort einen so großen Einfluss auf den Markt hatten, ist fraglich", sagte ein Analyst. Die Deutsche Post hatte auf die Kritik der Aktienhändler aber sicherheitshalber reagiert. Sie veröffentlichte am Donnerstag überraschend vorläufige Zahlen. Die Post hatte am Abend eine Präsentation auf der Tagung.

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