Möllemann soll zum FDP-Vize aufrücken
Westerwelle gibt Personalentscheidung bekannt

Der designierte FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat sich für einen Nachfolger in seinem derzeitigen Amt als Generalsekretär der Liberalen entschieden. Die Bekanntgabe der Kandidatin oder des Kandidaten wurde von der FDP in Berlin für 12.00 Uhr am Mittwoch angekündigt. Nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" (Mittwochausgabe) fiel die Wahl auf die Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, Cornelia Pieper.

ap BERLIN/LEIPZIG. Westerwelle soll auf dem FDP-Bundesparteitag Anfang Mai in Düsseldorf zum Nachfolger des Parteivorsitzenden Wolfgang Gerhardt gewählt werden, der nicht mehr kandidiert. Als Parteivorsitzendem fällt ihm das Recht zu, einen Generalsekretär auszuwählen, der allerdings von über 600 Parteitagsdelegierten bestätigt werden muss. Um die Besetzung hatten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Spekulationen gerankt. In Medienberichten waren bisher 16 Namen für das Amt ins Gespräch gebracht worden.

Mit der Wahl Piepers könnte Westerwelle deren Posten als stellvertretende Parteivorsitzende dem Landesvorsitzenden von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Möllemann, anbieten, wie es im Zeitungsbericht weiter hieß. Möllemann ist derzeit einer von drei gewählten Beisitzern im FDP-Bundespräsidium. Sein "Projekt 18" zu Gunsten eines Umbaus der FDP zur Volkspartei mit einem Wählerpotenzial von 18 % und zur Aufstellung eines eigenen FDP-Kanzlerkandidaten gilt innerparteilich als umstritten. Andererseits hatte sich Westerwelle bereits auf eine herausgehobene Position für Möllemann im Bundestagswahlkampf 2002 festgelegt.

Mit der Wahl Piepers verspricht sich die FDP laut Zeitungsbericht auch ein "zusätzliches Motivationssignal" für den Landtagswahlkampf im nächsten Frühjahr in Sachsen-Anhalt, der als letzter Test vor der Bundestagswahl gilt. In einem Interview mit der Zeitung drohte der Landtagsfraktionschef von Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, sein Parteiengagement für Wahlkämpfe außerhalb Schleswig-Holsteins einzustellen, sollte der FDP-Bundesparteitag nicht Möllemanns Programmpaket beschließen. Dabei attackierte Kubicki insbesondere auch den früheren FDP-Chef Klaus Kinkel und andere süddeutsche Kritiker des Projekts. Die nähmen in Kauf, der FDP das Lebenslicht auszublasen, nur weil ihnen Möllemann nicht passe, wie Kubicki zitiert wurde.

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