Moerschen aus Manhattan
Die letzte Bastion

Bis vor wenigen Jahren dominierten an der Wall Street die so genannten Wall-Street-Häuser - Investmentbanken wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und Merrill Lynch. Inzwischen erobern große Geschäftsbanken Terrain an der Wall Street.

MANHATTAN. Die so genannten "Großen Drei"- Morgan Stanley, Goldman Sachs und Merrill Lynch - kontrollierten das Geschäft mit Aktien- und Anleiheemissionen, Fusionsberatung und Wertpapierhandel. Inzwischen erobern große Geschäftsbanken Terrain an der Wall Street, so die Ranglisten von Dealogic. In manchen Kapitalmarktdisziplinen wie Anleiheemissionen und syndizierte Kredite, haben Citigroup, JP Morgan, UBS und Deutsche Bank sogar die Platzhirsche von einst überholt. Goldman, Morgan Stanley und Merrill bilden nicht länger eine einsame Elite, auch "Bulge Bracket", dicke Zeile, genannt, in Anlehnung an die traditionellen Finanzanzeigen, in denen sich die Namen der Konsortialführer einer Großemission in fetten Lettern von den weniger bedeutenden Begleitbanken abhoben.

Doch die Geschäftsbanken haben noch nicht alle Bastionen der Wall Street erobert. In den prestigeträchtigsten und profitabelsten Bereichen des Investmentbanking - Aktienplatzierungen und Fusionsberatung - konnten die großen drei ihre Positionen verteidigen. Goldman Sachs und Morgan Stanley zählen in diesen Königsdisziplinen konstant zu den Marktführern, während Merrill Lynch nach mageren Jahren zuletzt an die alte Stärke anknüpfte.

Die Banker der eingesessenen Wall-Street-Häuser unterhalten Beziehungsnetze in höchste Unternehmensebenen - ein entscheidender Vorteil im Kampf um Mandate für Börsengänge und Übernahmen. Dagegen reichen die Kontakte vieler Geschäftsbanken höchstens bis zum Finanzchef. Der vergibt zwar Kreditmandate und leitet auch mal eine Anleiheemission ein, aber er entscheidet weder über strategische Übernahmen noch über einen Börsengang.

Sicher, einige Großbanken wie JP Morgan, Citigroup und UBS haben hochkarätige Fusionsberatungs-Teams aufgebaut, haben investiert in Topbanker und in den Aufbau von Kontakten, die sich erst Jahre später auszahlen. Aber manche Geschäftsbank wartet vergeblich darauf, dass ihre teuer eingekauften Banker endlich lukrative Aufträge bringen. Andere haben sich still vom Ziel verabschiedet, im Fusions- und Aktienemissionsgeschäft vorne mitzumischen.

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