Moerschen aus Manhattan
Die Party ist vorbei

Die jüngsten Daten lassen keinen Zweifel. Die Party am US-Immobilienmarkt ist vorbei. Jetzt fragen sich viele, wie schlimm der Kater am Morgen danach ausfallen wird.

MANHATTAN. Laut dem Verband der US-Wohnungsfinanzierer (Mortgage Bankers Association, MBA) sind die amerikanischen Hauspreise im August gegenüber dem Vorjahr gefallen. Es war das erste Mal seit Mitte der 90er, dass Immobilien im Wert sanken. Nun müssen sich viele US-Hausbesitzer umstellen, die sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt hatten, die Wertsteigerung ihres Heims durch neue Kredite regelmäßig auszunutzen.

Wie jede richtig gute Fete hatte auch die Immobilien-Party ihre Exzesse. Die US-Zeitung Wall Street Journal berichtet über den New Yorker Ike Spirou, der 2002 mit nur 23 Jahren einen ersten Hauskauf für 300 000 Dollar zu fast 90 Prozent per Kredit finanzierte. Im folgenden Jahr nutzte Spirou die Wertsteigerung seines Hauses, um eine neue Hypothek aufzunehmen - diesmal für 360 000 Dollar. Damit zahlte er den ersten Kredit zurück, beglich aufgestaute Kreditkarten- und Autoschulden und hatte mehr als 50 000 Dollar übrig für die schönen Seiten des Lebens.

Viele Hausbesitzer handelten so. Für die Kreditgeber war das Risiko gering. Denn so lange die Hauspreise stiegen, konnten Schuldner bei Zahlungsproblemen ihr Haus mit Gewinn verkaufen und ihre Schulden begleichen.

Doch das Ende des Booms versperrt nun diesen bequemen Ausweg - vor allem für diejenigen, die erst spät gekauft haben, als die Hauspreise ihren Zenit erreichten. Zahlungsverzüge bei US-Immobiliendarlehen sind in diesem Jahr bereits stark angestiegen, ebenso wie die Zahl der Immobilien, die per Zwangsvollstreckung an die Bank gehen. Besonders betroffen sind die so genannten "Subprime"-Schuldner, solche mit negativen Einträgen in der Kreditauskunft.

Kreditgeber, die sich auf solche Schuldner spezialisiert haben, müssen mit steigenden Zahlungsausfällen rechnen. Das Gleiche gilt für Investoren in US-Hypothekenanleihen, die mit "Subprime"-Krediten besichert sind.

Ike Spirou steht laut Wall Street Journal inzwischen in Verzug mit seinem Immobilienkredit. Er sucht nach einem Käufer für sein Haus, hat aber noch niemanden gefunden, der seinen geforderten Preis zahlt.

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