Moerschen aus Manhattan
Ewig sprudeln die Gewinne

An der Wall Street knallen zum Jahresende die Sektkorken. 2006 verdienten viele US-Investmentbanken so gut wie nie zuvor. Ob Goldman Sachs, Morgan Stanley, Lehman Brothers oder Bear Stearns - alle haben in den vergangenen Tagen die Erwartungen der Analysten übertroffen.

MANHATTAN. Skeptiker werfen ein, dass die Wall-Street-Häuser dieses Jahr in einem äußerst günstigen Umfeld agierten. Steigende Aktienkurse, reger Anleihehandel und viele milliardenschwere Übernahmen erleichterten es den Investmentbanken, Rekordgewinne vorzulegen. Wenn die Märkte drehen, so die Kassandrarufe, dann könnten sich die hohen Gewinne ganz schnell in Luft auflösen.

Doch dieses alte Klischee stimmt nicht mehr. Seit der Baisse zwischen 2001 bis 2003 haben die Wall-Street-Banken hart daran gearbeitet, ihr Geschäft auf eine breitere, solidere Basis zu stellen. Zum einen bauten sie ihre Aktivitäten außerhalb der USA aus. In Europa und zum Teil auch in Asien sind die Banken inzwischen so gut etabliert, dass sie eine erneute Marktflaute weitaus besser überstehen dürften als im Jahr 2000. Damals schnitten einige US-Investmentbanken ihre Auslandsaktivitäten stark zurück, weil mit dem Platzen der Internet-Börsenblase zu viel Geschäft wegbrach.

Zusätzlich haben die Investmentbanken völlig neue Märkte mitgeschaffen und ehemalige Spezialnischen zu starken Umsatz- und Gewinnträgern ausgebaut. Beispiele dafür sind strukturierte Produkte wie CDOs (Collateralized Debt Obligations), Kreditderivate oder das wachsende Rohstoffgeschäft. Diese und andere Finanzmarktinnovationen bescheren Wertpapierhäusern wachsende Einnahmequellen. Das gilt übrigens nicht nur für die führenden US-Adressen, sondern auch für europäische Häuser mit starkem Investment-Banking- und Wertpapiergeschäft wie die Deutsche Bank, Credit Suisse und UBS.

Natürlich würde ein Abschwung an den Finanzmärkten die Gewinne der Investmentbanken beeinträchtigen. Aber vieles spricht dafür, dass die Branchenführer selbst in schlechteren Zeiten ordentliche Erträge erzielen werden. Und das wäre tatsächlich ein Glas Sekt wert.

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