Moerschen aus Manhattan
Zu viele Ländsebänks

Die Renditen der heimischen Elite wie Goldman Sachs und Citigroup erreicht aber kaum eine Landesbank in New York. Ein Grund dafür liegt in der traditionellen Konzentration auf das wenig profitable Massengeschäft.

Was machen eigentlich die vielen deutschen Landesbanken in New York? „Blöde Frage, Geld verdienen natürlich“, antwortet der pikierte Würdenträger der öffentlich-rechtlichen Säule unserer Kreditwirtschaft. Stimmt ja. In den vergangenen Jahren war es auch schwer, angesichts der brummenden US-Konjunktur hier kein Geld zu verdienen.

Die Renditen der heimischen Elite wie Goldman Sachs und Citigroup erreicht aber kaum eine Landesbank in New York. Ein Grund dafür liegt in der traditionellen Konzentration auf das wenig profitable Massengeschäft. „Aber das ändern wir ja gerade“, versetzt der Funktionär ein wenig ungehalten. Gewiss, jede „Ländsebänk“, wie die Amis sie oft nennen, hat an ihrem Geschäftsmodell gefeilt. Lukrative Nischen sind das Ziel. „Strukturierte Finanzierung“, „Project Finance“ und Immobilienkredite lauten die Schlagwörter. Die meisten Konzepte klingen zum Verwechseln ähnlich. Schon heute stehen sich bei US-Projekten oft mehrere Landesbanken auf den Füßen. Das dürfte sich mit dem Drang in profitablere Sparten noch verstärken. „Wir betreiben partnerschaftliche Risikoteilung“, klärt mich mein öffentlich-rechtlicher Gesprächspartner auf.

Ja, wenn ihr euch schon das Geschäft teilt – warum fusioniert ihr nicht gleich ganz? Aus US-Sicht schreien die „Ländsebänks“ mit ihren ähnlichen Namen und verwechselbaren Geschäftsmodellen nach Konsolidierung. Gerade in den hart umkämpften Spezialnischen, wo die hohen Margen stecken, fehlt den meisten im Ausland die kritische Masse. Das gibt selbst Thomas Fischer zu, der Chef des Kolosses WestLB.

Im Auslandsgeschäft spricht vieles für weitere Zusammenschlüsse unter den „Ländsebänks“. Der Wegfall der Staatsgarantie übt heilsamen Druck aus. In den nächsten Jahren, wenn die schnell noch aufgebauten Finanzreserven langsam abschmelzen, wird sich zeigen, wer wirklich Geld verdient und wer nur vom staatlich gestützten Rating lebte. Nicht zufällig zeigen sich die Banken mit den schlechtesten Ratings am offensten für Kooperationen.

„Da wird die Politik nicht mitspielen“, winkt der deutsche Würden- und Bedenkenträger ab. Manch pragmatischer New Yorker L-Banker allerdings geht fest davon aus, dass die Zahl der hiesigen „Ländsebänks“-Büros – bis auf Sachsen und Berliner sind alle vertreten – bald schrumpfen wird.

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