Mohammed Deif offenbar nur verletzt
Hamas-Führer entkam israelischem Hubschrauberangriff

Israelische Soldaten haben am Freitag in Hebron nach palästinensischen Angaben ein Mitglied der militanten Hamas - Bewegung erschossen. Dagegen ist der Hamas-Führer im Gazastreifen am Donnerstag einem Hubschrauberangriff offenbar verletzt entkommen.

HB/dpa JERUSALEM. Israel hatte sich zuvor zuversichtlich gezeigt, Mohammed Deif sei "zu 99,9 Prozent" bei dem Raketenangriff getötet worden.

Soldaten umstellten am Freitagmorgen das Haus des Hamas-Aktivisten Mohammed Yamur. Nach Angaben des israelischen Rundfunks wurde der 21- Jährige erschossen, als er zu fliehen versuchte. Unterdessen berichtete der israelische Rundfunk unter Berufung auf Militärs, dass der Führer des militärischen Flügels der Hamas - Bewegung im Gazastreifen, Mohammed Deif (36), bei einem israelischen Liquidierungsversuch am Vortag nur verletzt und nicht getötet wurde. Auch der israelische Kulturminister Matan Wilnai sagte im Armeesender, nach seinen Informationen sei Deif nur verletzt worden. Deif steht ganz oben auf der israelischen Fahndungsliste. Israel beschuldigt ihn, für den Tod von Dutzenden von Israelis verantwortlich zu sein, die bei Hamas-Anschlägen ums Leben kamen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat den israelischen Hubschrauberangriff in einem Wohnviertel von Gaza-Stadt in scharfer Form verurteilt. Israels Regierung müsse derartige Angriffe auf dicht bewohnte Gebiete einstellen und international verbindliche Menschenrechte respektieren, erklärte Annan. "Israel hat ganz klar die Verantwortung, das Leben von Zivilisten zu schützen." Bei den Angriffen der Kampfhubschrauber gab es außer drei oder vier Toten auch über 30 Verletzte, die Hälfte von ihnen Kinder.

Annan wies darauf hin, dass der Militäreinsatz nur drei Tage nach der Verabschiedung der Resolution 1435 des UN-Sicherheitsrates erfolgt sei. Darin werden die "israelischen Besatzungstruppen" aufgefordert, sich aus palästinensischen Städten auf ihre Positionen vor September 2000 zurückziehen. Zugleich wird in der Resolution die Einstellung aller Terror- und Gewaltakte gefordert.

Auch das französische Außenministerium verurteilte die jüngsten Hubschrauber-Attacken in Gaza-Stadt als "inakzeptabel". "Die Tötung palästinensischer Aktivisten widerspricht internationalem Recht und insbesondere der vierten Genfer Konvention", sagte Ministeriums- Sprecher Bernard Valéro am Freitag in Paris. Er bekräftigte Frankreichs Forderung nach einem Ende der Belagerung des Hauptquartiers von Palästinenserpräsident Arafat durch israelische Truppen.

"Die Gewaltakte, die Frankreich ausnahmslos verurteilt, werden erst aufhören, wenn es wieder eine politische Perspektive gibt, die es dem israelischen und dem palästinensischen Volk erlaubt, in Frieden und Sicherheit nebeneinander zu leben", sagte der Sprecher von Außenminister Dominique de Villepin.

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