Molotow-Cocktail
Deutsches Paar überlebt Anschlag in Riad

Ein unbekannter Mann hat in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad mit einem Brandsatz einen Anschlag auf ein deutsches Ehepaar verübt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht aus Riad, der auf Angaben von Diplomaten zurückging.

Reuters BERLIN/RIAD. Das Ehepaar sei bei dem Anschlag, der sich bereits am vergangenen Dienstag ereignet habe, unverletzt geblieben. Details wollte das Auswärtige Amt nicht nennen. "Wir nehmen das sehr ernst", hieß es in Diplomatenkreisen in Riad. Der Anschlag sei anscheinend gegen Ausländer gerichtet gewesen. Ein Sprecher der Organisation des Moslemextremisten Osama bin Laden, El Kaida, hatte den Heiligen Krieg gegen den Westen als eine Verpflichtung für alle Moslems auf der Welt bezeichnet.

Der Attentäter habe saudi-arabische Nationaltracht getragen, erklärten Diplomaten in Riad. Er habe eine Flasche mit einer brennbaren Flüssigkeit auf das Auto des deutschen Ehepaares geworfen, das kurz nach Sonnenaufgang auf einer Nebenstraße durch das Viertel gefahren war, in dem es lebt. Der Ehemann, der das Auto gesteuert habe, habe auf die Bremse getreten, als der Molotow-Cocktail auf das Auto zuflog, so dass dieser das Fahrzeug am vorderen Kotflügel traf und dann zerschellte. Beim Wegfahren habe das Ehepaar eine große brennende Stelle auf der Straße gesehen. Der Täter habe ihnen noch einen Stein hinterhergeworfen. Die deutsche Botschaft habe nach der Tat alle Deutschen in dem Land zu erhöhten Sicherheitsvorkehrungen aufgerufen.

Nach Angaben von Diplomaten handelt es sich bei dem Vorfall um den ersten Angriff auf westliche Ausländer in Saudi-Arabien seit den Anschlägen in den USA vom 11. September. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Verteidigungsministerium in Washington verantwortlich. In Kuwait war am Mittwoch ein Kanadier erschossen und seine philippinische Frau verletzt worden. Dies wurde ebenfalls im Zusammenhang mit den Militärschlägen auf Afghanistan gesehen.

Das Auswärtige Amt hatte bis zum Donnerstagmittag seinen Sicherheitshinweis für Saudi-Arabien vom 8. Oktober 2001 nicht geändert. In dem Hinweis heißt es, das Auswärtige Amt sehe gegenwärtig keinen Anlass, von Reisen nach Saudi-Arabien abzuraten. Reisende sollten aber die aktuelle Entwicklung beobachten.

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