Momentane Durststrecke soll bald überwunden sein
Analysten sehen Chemie-Branche 2002 im Aufwind

Die Analysten der Hypo-Vereinsbank erwarten, dass die Chemie-Industrie im kommenden Jahr von einem erneuten US-Konjunkturaufschwung, sinkenden Rohölpreisen und steigenden Produktpreisen profitieren wird.

Reuters FRANKFURT. Die Chemie-Industrie dürfte Analysten zufolge nach einem schwierigen Auftakt-Halbjahr 2001 als eine der ersten Branchen von einem voraussichtlichen Konjunkturaufschwung im kommenden Jahr profitieren. Zum einen werde eine erstarkte US-Wirtschaft 2002 zur Zunahme des Produktionsmengen-Wachstums beitragen, heißt es in der jüngsten Branchenanalyse der Hypo-Vereinsbank. Zum anderen dürften sinkende Rohölpreise und steigende Produktpreise für eine kräftige Gewinndynamik sorgen.

Die erste Hälfte 2001 werde wohl noch problematisch sein und lasse rückläufige Ergebnisse in der europäischen Chemieindustrie erwarten. Mit einer Stimmungswende sei dann aber für die Mitte des zweiten Quartals zu rechnen. Die Chemie gilt als eine der "frühzyklischen" Branchen, die schnell auf konjunkturelle Trendwenden reagieren.

In den vergangenen Monaten hätten sich die Geschäftserwartungen in der Chemie wegen der Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums und der Aufwertung des Euro zum Dollar eingetrübt, schreiben die Analysten. Die entsprechenden Zahlen des Münchner ifo-Instituts zum Geschäftsklima der Branche bewegten sich aber schnell in Richtung der historischen Tiefststände, die bereits dreimal zuverlässig eine Konjunkturwende angezeigt hätten. "Der von uns prognostizierte Aufschwung wird sich ab 2002 manifestieren, dürfte sich allerdings schon im zweiten Halbjahr dieses Jahres durch eine anziehende Mengenkonjunktur ankündigen."

Ihren Prognosen legen die Analysten einen Zuwachs des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts 2002 von 3,5 % zu Grunde. Den Euro-Kurs sehen sie 2001 durchschnittlich um 3 % aufgewertet und 2002 dann bei unverändert 0,95 Dollar. Den Preis für Rohöl der Sorte Brent erwarten sie 2002 konstant, für das laufende Jahr gehen die Experten von einem Rückgang um 20 % auf 23 Dollar je Fass (159 Liter) aus.

Die deutsche Chemie-Industrie hatte 2000 nach früheren Angaben ihres Branchenverbandes die Produktion um 3 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert und für dieses Jahr einen ähnlichen Zuwachs in Aussicht gestellt. Begründet hatte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) diese Prognose im Januar mit der Einschätzung, das Wirtschaftswachstum in Europa und Asien werde wohl über dem langfristigen Durchschnitt liegen. Als Voraussetzung war genannt worden, dass es in den USA nicht zu einer massiven Rezession komme.

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