Monaco-Taktik problematisch
Schumacher will endlich an WM-Spitze

Beim Fußball kämpfte Michael Schumacher vergeblich um den Sieg, doch beim berühmtesten Formel-1-Rennen der Welt will der Titelverteidiger endlich wieder den Sprung an die Spitze schaffen.

HB/dpa MONTE CARLO. Der Ferrari-Star, der zum Auftakt der Rennwoche bei einem Benefizspiel über ein Unentschieden nicht hinaus kam, hat beim Großen Preis von Monaco nicht nur die Chance zum sechsten Sieg im Fürstentum. Er kann auch erstmals in dieser Saison die WM-Führung erobern. Optimistisch ist der mit zwei Punkten Rückstand hinter Kimi Räikkönen zweitplatzierte Weltmeister jedenfalls.

"Mit unserem Auto sollten wir in Monaco wirklich Spaß haben. Ich freue mich darauf, zumal unser Ziel sein wird, dort die WM-Führung zu übernehmen", sagte er und war schon bei der Ankunft gut gelaunt: "Ich freue mich immer, hierher zu kommen. Es ist ein ganz besonderes Rennen."

Einen Tag vor dem ersten Einzelzeitfahren am Donnerstag (14.00 Uhr) strich der fünfmalige Champion die besondere Problematik der Qualifikation auf dem engen Stadtkurs heraus, wo ein Überholen praktisch unmöglich ist. "Die Qualifikation ist eine taktische Herausforderung", so Schumacher am Mittwoch in der Pressekonferenz. Da zwischen der Samstag-Qualifikation und dem Rennen nach den neuen Regeln nicht mehr getankt werden darf, wird der Kompromiss - guter Startplatz contra genug Benzin für das Rennen - besonders schwierig zu finden sein. "Für das Team ist es fast noch schwieriger als für den Fahrer - angesichts der Umstände", meinte Schumacher.

Jungstar Fernando Alonso brachte es auf den Punkt: "Für uns ist es die schwierigste Qualifikation, aber für das Rennen gleichzeitig die wichtigste im ganzen Jahr." Auch Ralf Schumacher bangt: "Das Einzelzeitfahren ist hier ein Nachteil. Wenn ich hier die Runde verpatze wie in Österreich, ist das Wochenende komplett versaut."

Zum Auftakt der Monaco-Tage widmete sich Michael Schumacher schon fast traditionell seinem Lieblings-Hobby. Im Benefiz-Fußballspiel am Dienstagabend im "Stade Louis II" trennte sich das vom Kerpener angeführte Piloten-Team und eine Star-Auswahl des monegassischen Kronprinzen Albert 3:3. "Es hat wirklich Spaß gemacht. Mittlerweile ist es fast ein Prestige-Duell geworden. Deshalb geht es mehr zur Sache als normalerweise", meinte der Ferrari-Star nach dem Kick.

Außer mit Fußball - in der Vorwoche mit seinem Schweizer Club FC Echichens sowie mit seinen Mechanikern - hat sich der Weltmeister auch mit intensiver Testarbeit auf das siebte Saisonrennen am Sonntag (14.00 Uhr/live in RTL und Premiere) vorbereitet. "Den Aufwärtstrend, den wir zuletzt gezeigt haben, wollen wir natürlich bestätigen. Damit sich die Arbeit dieser Woche gelohnt hat", meinte der Kerpener. Am letzten Testtag am Freitag hatte er im neuen Ferrari F2003-GA nur knapp den Runden-Rekord in Fiorano verfehlt.

In Monaco kann der Titelverteidiger einen Rekord einstellen. Fünf Siege feierte er bisher beim verrücktesten Rennen des Jahres. Sollte Schumacher erneut gewinnen, würde er die Bestmarke des Brasilianers Ayrton Senna erreichen, der bislang als einziger sechs Monaco-Erfolge schaffte. Nach drei Saisonsiegen in Serie in Imola, Barcelona und Spielberg belegt Schumacher mit 38 Punkten Platz zwei in der WM hinter dem finnischen Silberpfeil-Piloten Räikkönen (40).

Schumachers Vorfreude auf das PS-Spektakel in der Schicki-Micki- Metropole ist groß. "Generell ist es kein Geheimnis, dass ich dieses Rennen sehr mag. Ich bin einfach ein Fan von technisch anspruchsvollen Kursen, und zu diesen gehört das Geschlängel in Monte Carlo mit Sicherheit", schrieb Schumacher auf seiner Homepage. Er kennt das Risiko, aber er kann sich dem Reiz des ungewöhnlichen Rennens nicht entziehen. "Monaco ist sicherlich eines der Highlights der Saison. Sich so nah an den Leitplanken und mit solch verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit durch die Stadt zu schlängeln, das ist nicht ohne", beschrieb der 34-Jährige die Schwierigkeit: "Man sollte tunlichst keine Fehler machen, denn die bedeuten auf diesem Kurs meist das Aus."

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