Monatsbericht
Bundesbank: Steuerreform fördert Konjunktur

Personengesellschaften schneiden bei der Besteuerung des laufenden Betriebsergebnissen nicht schlechter ab als Kapitalgesellschaften, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank.

Reuters FRANKFURT. Die Steuerreform in Deutschland wird nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank die gute Konjunktur im nächsten Jahr unterstützen. "Die Steuerreform ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Deutschland", heißt es in dem am Montag vorgelegten Monatsbericht August. Zu den Effekten der Reform auf die Besteuerung der Unternehmen hält die Bundesbank fest, Personengesellschaften schnitten bei der Besteuerung des laufenden Betriebsergebnisses nicht schlechter ab als Kapitalgesellschaften.

Wie die Bundesbank weiter feststellt, wird die Steuerreform Haushalte und Unternehmen im kommenden Jahr um 45 Mrd. DM entlasten, was einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspreche. Der private Konsum könne sich dadurch "immerhin" um ein halbes Prozent des BIP erhöhen. "Bisher bestehende Tarifnachteile der Unternehmen werden reduziert", heißt es in dem Bericht weiter. Die Grenzbelastung einbehaltener Gewinne von Kapitalgesellschaften sinke von derzeit deutlich über 50 % auf knapp unter 40 %.

Im Vergleich dazu sei die steuerliche Spitzenbelastung von Personengesellschaften mit fast 46 % ab 2005 zwar noch deutlich höher. Berücksichtige man jedoch die erheblich höhere Belastung der Ausschüttungen von Kapitalgesellschaften, dürften Personengesellschaften nicht schlechter abschneiden als Kapitalgesellschaften. Gleichwohl sei die steuerliche Erleichterung bei Beteiligungsveräußerungen für Personengesellschaften allerdings geringer als die für Kapitalgesellschaften. Kritisch merkt die Bundesbank an, dass die steuerliche Bevorzugung der Selbstfinanzierung gegenüber Beteiligungsfinanzierungen junge Unternehmen benachteilige.

Als Kehrseite der Medaille wird sich durch die Steuerreform die strukturelle Haushaltslage des Staates im kommenden Jahr verschlechtern. Die leichte Verringerung des Haushaltsdefizits um 1,5 Mrd. Euro werde nur durch Einnahmen aus Vermögensveräußerungen erreicht. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2006 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt zu haben, werde durch die mit der Steuerreform verbundenen Einnahmeausfälle erschwert. Die Bundesbank rät dem Staat deshalb zu weiteren Konsolidierungsmaßnahmen.

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