Monatsbericht der Bundesbank
Eurozone-Wachstum zum Stillstand gekommen

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist in den Frühjahrsmonaten saisonbereinigt betrachtet zum Stillstand gekommen. Nach der Jahresmitte hat sich die Konjunkturflaute - bisher vorliegenden Informationen zufolge - fortgesetzt. Das schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem November-Bericht.

vwd FRANKFURT. Sie verweist darauf, dass die realen Bruttoanlageinvestitionen und die Exporte merklich geschrumpft seien; die Intra-Euroraum-Ausfuhren schienen sich dabei auf dem Niveau von Ende 2000 gehalten zu haben. Der reale Konsum der privaten Haushalte habe hingegen weiter nach oben tendiert. Das BIP-Wachstum sei rein rechnerisch auch dadurch gestützt gewesen, dass die realen Importe erneut rückläufig waren.

Die zunehmende Schwäche der Industrieproduktion - sie fiel im Juli/August um 1/4 % zum zweiten Quartal und im September voraussichtlich weiter - spiegele sich auch im verstärkten Rückgang der Kapazitätsauslastung wider, so die Bundesbank. Sie zeigt dazu auf: Seit dem letzten Höchststand Anfang 2001 habe der Nutzungsgrad der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe des Euroraumes um 2,5-Prozentpunkte nachgegeben; er habe allerdings im Oktober noch etwas über dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Das Geschäftsklima in der Industrie des Euroraumes habe sich im September/Oktober weiter eingetrübt.

Die Bundesbank weist darauf hin, dass die Konjunkturflaute im Euroraum auf den Arbeitsmarkt bisher noch kaum sichtbar geworden sei. Die Verbraucherpreise seien im Zeitraum Juli/Oktober 2001, gemessen am HVPI, saisonbereinigt nur noch mit einer Jahresrate von 1,7 % gestiegen, bei einem Vorjahresabstand von 2,7 %. Die Aussichten, dass die Teuerungsrate bald in den Bereich der Preisstabilität von "unter zwei Prozent" zurückkehren werde, haben sich nach Überzeugung der Bundesbank "somit deutlich verbessert".

Trotz der hohen Geldmengen-Wachstumsraten dürften in der Eurozone von der monetären Seite her kaum Inflationsgefahren ausgehen, meint die Deutsche Bundesbank weiter in ihrem Monatsbericht. Sie weist dabei auf die Liquiditätspräferenz der Anleger infolge der Unsicherheiten an den internationalen Aktienmärkten, die sich zudem mit den Terroranschlägen vom 11. September noch verstärkt habe. Hinzu kämen sinkende Expansionsraten bei den Krediten im privaten Sektor. Bekanntlich expandierte M3 im September zum Vorjahr/3-Monats-Durchschnittsrate um 7,6/6,9 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%