Monatsbericht veröffentlicht
Finanzministerium rechnet mit robuster Wirtschaftsentwicklung

Das Bundesfinanzministerium bleibt trotz wachsender Risiken für Deutschlands und Europas Wirtschaftswachstum zuversichtlich. Das Ministerium erneuerte in seinem jüngsten Monatsbericht vom Dienstag seine Prognose, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr um preisbereinigt rund 2,75 % nach 3,1 % im Vorjahr wachsen wird.

Reuters BERLIN. Auch die europäische Wirtschaft sollte trotz der Konjunkturabkühlung in den USA robust zulegen. Die Preise dürften sich der Prognose zufolge in diesem Jahr moderat erhöhen, die Arbeitslosenzahl um knapp 300 000 auf 3,6 Mill. im Jahresdurchschnitt sinken. Hohe Unsicherheiten gebe es bei der Baukonjunktur. Die Ausfuhren zeigten nach einem Rekord von gut einer Billion Mark in 2001 inzwischen rückläufige Tendenzen.



Die Wachstumsabkühlung zum Ende vergangenen Jahres und die zuletzt ungünstigere Inflationsrate führte das Ministerium vor allem die höheren Ölpreise zurück. Dies habe zu einer Abkühlung der Weltkonjunktur geführt. Hierdurch seien die Gewinne der Unternehmen und die Kaufkraft der Verbraucher zurückgegangen.



Auch die außenwirtschaftlichen Zahlen des Jahres 2000 waren dem Ministerium zufolge weithin durch die Euro-Schwäche und den massiven Anstieg der Ölpreis geprägt. Die Ausfuhren seien um 17 % gegenüber dem Vorjahr auf den Rekord von gut eine Billion Mark gestiegen. Die Importe erhöhten sich noch stärker um 21,7 %. Seit November seien die Ausfuhren, seit Dezember auch die Einfuhren aber rückläufig. Insgesamt sei in 2000 der Handelsbilanzüberschuss Deutschlands um 18,5 Milliarden Mark auf 109,0 Mrd. Mark gesunken. Da zugleich bei Dienstleistungen und Transferzahlungen das Defizit höher ausfiel, wies die Leistungsbilanz im vergangenen Jahr mit minus 57,3 Mrd. Mark ein deutlich höheres Minus von 21,4 Mrd. Mark aus.



Die deutsche Preisentwicklung stand nach Angaben des Ministeriums ebenfalls während des Großteils des Jahres unter dem Eindruck der Ölpreise und der Euro-Schwäche. Allerdings sei inzwischen eher mit einem Rückgang des Preisniveaus zu rechnen. Im Dezember 2000 war es bei den Import-, wie den Ausfuhrpreisen nach vorangegangenen Anstiegen zur Wende gekommen. Die Kosten der Lebenshaltung stiegen im Vorjahr um 1,9 %. Im Januar lag die Teuerung wegen Sondereinflüssen, etwa der Einführung der schadstoffbezogenen Kfz-Steuer, höherer Versicherungsprämien und der Ökosteuer trotz niedrigerer Energiepreise noch etwas höher.



Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte jüngst seine Wachstumsprognose für die USA auf 1,7 % und damit fast um die Hälfte zurückgenommen. Für die Euro-Zone jedoch geht er weiterhin von einem Wachstum von rund 3 %, für Deutschland etwas darunter, aus.

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