Mono-Marken-Läden erreichen Sättigungsgrenze
Düsseldorfer Modemesse setzt auf innovativen Mittelstand

"Ich glaube, dass die Mono-Label-Kultur an ihre Grenzen stößt", schätzt Manfred Kronen, geschäftsführender Gesellschafter der Düsseldorfer Igedo Company. Gemeint sind die Läden großer Bekleidungshersteller, die nur ihre eigene Marke führen sowie die vertikalen Anbieter wie Hennes & Mauritz, die von der Herstellung bis zum Verkauf alles unter einheitlicher Marke bieten.

rv DÜSSELDORF. In seiner Einschätzung stützt sich der Chef der Düsseldorfer Modemesse auf den jüngsten Trend im italienischen Florenz. Hier haben sich unter Führung von Andrea Banconesi, Inhaber des namhaftesten Modegeschäfts der Stadt, "Luisa Via Roma", 160 Mittelständler zusammengetan und beschlossen, die großen Mono-Labels aus ihren Läden zu verbannen. Ihr Argument: "Wir machen die Marken groß, und dann machen sie uns mit ihren eigenen Boutiquen Konkurrenz." Da Italien in Sachen Mode den Trend vorgibt, glaubt Kronen, dass diese Entwicklung auch in Deutschland Schule machen wird. Auch Heijo Gassenmeier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BTE (Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels) in Köln sieht bei der Mono-Label-Strategie inzwischen die Sättigungsgrenze erreicht. Und Kronen glaubt, dass dadurch eine Monotonie erzeugt wird, die zur Modemüdigkeit führe.

Für die Stimulanz im Modegeschäft sorgen aus seiner Sicht die mittelständischen Einzelhändler mit ihrem vielfältigen Markenangebot. Denn auch im Zeitalter der Globalisierung seien es diese Händler, die die aktuellen Trends - durch die tägliche Nähe zum Kunden - auf den Markt abstimmten. Laut Igedo Company entfällt 68 % des deutschen Modeumsatzes auf mittelständische Textilhändler.

Um dieser Klientel - die rund 70 % der Messe-Besucher ausmacht - eine zeitsparende Auswahl der Hersteller zu ermöglichen, hat die Igedo Company ihre Modemesse CPD (Collections Premieren Düsseldorf) in vier Lifestyle-Welten gegliedert: Das sind "cpdxsite" mit Mode für jugendliche, flippige Verbraucher mit schnell wechselnden Trends. Sie hat im Februar 2002 Premiere. Weitere Welten sind zusammengefasst unter der Überschrift "Essential", für klassische, qualitativ hochwertige Mode, "Modern Woman" für Geschäftsfrauen sowie "New Womanswear" für trendige Designermode.

Dass für das Modegeschäft Impulse notwendig sind, lässt sich an den jüngsten Branchenzahlen ablesen. Nach einer Umfrage des BTE haben 54 % der Textilhändler bis Ende September weniger Umsatz gemacht als im Vorjahreszeitraum. Der Branchenumsatz sank insgesamt um 2 %. Und auch das Geschäft im Oktober sei schlecht gelaufen, so Gassenmeier.

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