Montedison
Zwischenruf: Fiat räumt auf

Mit dem öffentlichen Kaufangebotes für Montedison durchschlägt Fiat den gordischen Knoten, zu dem sich die Attacke der französischen Staatsholding EDF auf den italienischen Strommarkt durch ihre geplante Beteiligung an Montedison verheddert hatte. Indem Fiat die EDF als Minderheitspartner in eine italienisch dominierte Gruppe einbaut, erlöst der Konzern gleich drei europäische Hauptstädte von schwerem Kopfweh. Rom hätte zur Abwehr des staatlichen französischen Monopolisten das Gesetz zur Beschränkung der EDF-Stimmrechte forcieren müssen. Brüssel wiederum hätte dies nicht hinnehmen können und Paris wäre ohne hohen Goodwill- und Kapitalverlust nicht mehr aus dem italienischen Abenteuer herausgekommen. Roms neue Regierung Berlusconi braucht sich jetzt nur neutral zu verhalten - nichts wird sie lieber tun.

Der von Fiat-Altpräsident Giovanni Agnelli ausgedachte Coup macht aber auch reinen Tisch bei der Mediobanca. Das ist die zweite, nicht weniger spektakuläre Seite der Affäre. Nun wackeln bei Mediobanca und der norditalienischen Hochfinanz viele Stühle. Banken schließen neue Bündnisse, neben IMI-San Paolo und Banca Roma kommt auch die Deutsche Bank wieder ins Spiel um Megawatt und Finanzstrukturen - Agnelli beweist, dass Old Economy und die alten Familien noch nicht zum alten Eisen gehören.

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