Montoya dementiert Wechsel-Gerüchte
Michael Schumacher siegt im Einzelzeitfahren

Michael Schumacher ist gut gerüstet für die Gegenoffensive in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Der Titelverteidiger gab gleich zum Auftakt des Grand-Prix-Wochenendes in Silverstone der "weiß-blauen" und der "silbernen" Konkurrenz das Nachsehen.

dpa/HB SILVERSTONE. Während sich die Williams-BMW mit Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher am Freitag im ersten Einzelzeitfahren zum Großen Preis von Großbritannien immerhin unmittelbar hinter dem Ferrari-Star einreihten, landete McLaren-Mercedes mit David Coulthard und dem WM- Zweiten Kimi Räikkönen abgeschlagen auf den Plätzen 7 und 12.

"In Sachen Aerodynamik, Leistungssteigerung des Motors und der Reifen haben wir einen Fortschritt gemacht. Das gesamte Paket stimmt", sah sich Michael Schumacher für die harte Arbeit der vergangenen Tage belohnt. Nach den enttäuschenden Ergebnissen in den vergangenen Rennen auf dem Nürburgring und in Magny-Cours hatten er und Ferrari in der vergangenen Woche intensiv getestet, um den Angriff vor allem von Williams-BMW abzuwehren. Knapp 4 000 Testkilometer wurden innerhalb weniger Tage abgespult. "Die Jungs sind grandios. Auch bei einem solchen Mammutprogramm ziehen wir an einem Strang", lobte der fünfmalige Champion sein Team: "Ich glaube, das ist heute auch hier zu sehen."

Mit der Zeit von 1:19,474 Minuten auf der 5,141 km langen Strecke setzte Michael Schumacher am Freitag gleich als erster Starter das Maß, an das niemand mehr heranreichen sollte. Die Ferrari-Freude über die Fortschritte trübte Rubens Barrichello. Der Brasilianer war auf dem Weg, die zweitbeste Zeit zu fahren, als er auf der zunehmend nasseren Strecke von der Piste rutschte und ohne Zeit blieb.

Michael Schumacher am nächsten kamen noch Montoya (1:19,749) und Ralf Schumacher (1:19,788). "Ich habe immer gesagt, dass Ferrari stark ist. Man hat gesehen, dass sie einen Schritt nach vorn gemacht haben", sagte Ralf Schumacher, der die vergangenen zwei Rennen gewonnen hatte und zum großen Herausforderer seines Bruders aufgestiegen ist. Die Mönchengladbacher Sauber-Piloten Nick Heidfeld (1:21,211) und Heinz-Harald Frentzen (1:21,363) hatten erneut nichts mit den vorderen Plätzen zu tun und erreichten die Plätze 14 und 15. Entscheidend für die Startaufstellung im Rennen ist nur die Qualifikation am Samstag.

Vor dem elften von 16 WM-Läufen führt Michael Schumacher das Fahrer-Klassement mit 64 Punkten vor Räikkönen (56), Ralf Schumacher (53) und Montoya (47) an. In der Konstrukteurs-Wertung hat Ferrari (103) nur noch drei Zähler Vorsprung vor Williams-BMW (100). Dritter ist McLaren-Mercedes (85).

Dass es das Schicksal mit den "Silbernen" derzeit nicht gut meint, machte sich am Freitag bemerkbar. Mit einem Rückstand von 1,591 Sekunden auf Michael Schumacher wurde Räikkönen nur Zwölfter, Coulthard schaffte es mit 0,494 Rückstand immerhin noch auf Rang 7. "Wie schon so oft in diesem Jahr, sind wir am Freitag noch nicht bestens sortiert gewesen", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Coulthard lobte indes seinen alten Rivalen. "Michael war sehr, sehr gut. Er hatte aber auch eine trockenere Strecke", sagte der Schotte, der laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung um seinem Platz im "Silberpfeil"-Cockpit bangen muss. Angeblich habe McLaren-Chef Ron Dennis bereits die Fühler nach Williams-BMW-Fahrer Montoya ausgestreckt. Der Kolumbianer dementierte noch jegliche Gespräche: "Ich weiß nichts davon und bin überrascht. Ich bin froh, dass ich einen Vertrag bei Willians-BMW habe."

Schmerzlich für den britisch-deutschen Rennstall ist vor allem, dass die Premiere des mit Spannung erwarteten neuen Modells MP4-18 vor heimischen Publikum erneut abgesagt werden musste.

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