Montoya fordert klarere Regeln
Schumacher wegen Betruges angezeigt

Nach dem geschenkten Sieg in Spielberg ist Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher in Österreich und Italien wegen des Verdachtes auf Wettbetrug angezeigt worden.

dpa MÜNCHEN. "Wir lassen uns von Ferrari nicht für dumm verkaufen", sagte Initiator Wolfgang Pöltl, der neben Schumacher auch den Brasilianer Rubens Barrichello und die Rennleitung des Ferrari-Teams auf der Anklagebank sehen will.

Auch in Italien wird der Pyrrhus-Sieg zum Fall für die Justiz. Zwei Verbraucherschutzorganisationen haben die Staatsanwälte bereits eingeschaltet.

Während "Codacons" nur Ferrari wegen Sportbetrugs belangen will, zielt "Sos Italia" auch auf Barrichello und Schumacher. Sos-Chef Diego Volpe Pasini forderte zudem die Wettbüros auf, alle Formel-1- Wetten auszusetzen, "weil sie offensichtlich manipulierbar sind". Der Österreicher Pöltl, ein 41 Jahre alter Unternehmer, hat sogar eine eigene Homepage eingerichtet und plant eine Sammelklage. Angeblich soll ein Wiener Anwalt die Gewinnchancen einer solchen Klage mit 80 Prozent eingeschätzt haben.

Unterdessen hofft die Ferrari-Konkurrenz auf richtungweisende Entscheidungen des Internationalen Automobilverbandes (FIA). "Wir müssen jetzt einfach abwarten und schauen, wie die FIA, die eigentlich unsere Polizei ist, dieses Thema behandelt", sagte BMW - Sportdirektor Gerhard Berger am Dienstagabend in München. "Man kann nur für die Zukunft die Weichen richtig stellen. Die FIA muss einfach schauen, dass sie den Sport schützt."

Auch Schumacher-Rivale Juan Pablo Montoya (Kolumbien) sprach sich dafür aus, die Regeln zur Stallorder enger zu fassen. Sie sollten "ein bisschen klarer aussagen, was erlaubt ist und was nicht", sagte Montoya am Dienstagabend in Monte Carlo. Dort war der 26 Jahre alte BMW-Williams-Pilot zum Laureus-Preisträger in der Kategorie "Newcomer des Jahres" gewählt worden. Montoya liegt in der WM-Wertung hinter dem zum "Weltsportler des Jahres" gekürten Michael Schumacher nach 7 von 17 Rennen mit 27 Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz.

Wegen der umstrittenen Stallregie, die Schumacher am vergangenen Sonntag beim Großen Preis von Österreich zum Sieger über Barrichello gemacht hatte, müssen sich die beiden Fahrer zusammen mit ihrem italienischen Rennstall am 26. Juni vor der FIA verantworten. Dessen Regeln lassen eine Stallorder in vage beschriebenen Grenzen zu. Die Kernfrage bleibt, ob Ferrari "den Interessen des Automobilsports geschadet" hat. Der Strafenkatalog für einen Verstoß gegen Artikel 151 c des Regelwerks reicht von Verwarnung bis Disqualifikation.

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