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'Moorhuhn'-Macher bei Phenomedia schütteln Vergangenheit ab

Die Mitarbeiter der Phenomedia Publishing Gmbh haben die Schatten der Vergangenheit abgeschüttelt und können sich wieder auf das konzentrieren, was ihr eigentliches Geschäft ist: das Erfinden von Videospielen wie dem sensationell erfolgreichen "Moorhuhn".

dpa-afx FRANKFURT. Die Mitarbeiter der Phenomedia Publishing Gmbh haben die Schatten der Vergangenheit abgeschüttelt und können sich wieder auf das konzentrieren, was ihr eigentliches Geschäft ist: das Erfinden von Videospielen wie dem sensationell erfolgreichen "Moorhuhn". Denn mit der Insolvenz der einst am Neuen Markt notierten Phenomedia AG haben sie nichts mehr zu tun und auch nicht mit dem Prozess gegen frühere Manager, der an diesem Dienstag in Bochum begonnen hat.

Dem Phenomedia-Insolvenzverwalter Wulf-Gerd Joneleit war im Sommer eine "übertragende Sanierung" gelungen. Er hat Investoren gefunden, die das Spielegeschäft der alten Phenomedia AG kauften: die deutsche AK Tronic und zwei niederländische Wagniskapitalgesellschaften. Seit 1. Juli 2004 sind "Moorhuhn" und Schaf "Sven" somit bei der Phenomedia Publishing Gmbh angesiedelt. Die über 40 Mitarbeiter waren auch nicht müßig. In den vergangenen Monaten haben sie unter anderem neue Spiele zu zwei Kinohits entwickelt: Ottos "7 Zwerge - Männer allein im Wald" und Bully Herbigs "(T)Raumschiff Surprise".

Schwarze Zahlen

Der Sprecher der neuen Phenomedia, Tom Putzki, sieht auch bilanziell keine Belastung mehr aus der Vergangenheit. In diesem Jahr werde die Phenomedia Publishing Gmbh schwarze Zahlen schreiben, sagte er. "Für das Moorhuhn droht keine Gefahr", fügt er hinzu. Höchstens natürlich auf dem Bildschirm durch die weiterhin schießwütigen Freunde des Videospiels, für das einige neue Versionen entwickelt wurden.

Insolvenzverwalter Joneleit hat seit Beginn seiner Tätigkeit für die Phenomedia AG mit ihren einst 100 Mitarbeitern mehrere Tochterunternehmen verkauft oder liquidiert. Am Markt aktiv ist laut Putzki auch noch die frühere Phenomedia Mobile Scope AG-Tochter mit Sitz in Meersburg. Sie entwickelt Handyspiele und wurde durch einen Management-Buy-Out gerettet.

Unterdessen müssen sich sechs Mitarbeiter aus der Frühzeit des "Moorhuhns" vor Gericht verantworten: der frühere Phenomedia-Chef Markus Scheer, zwei Finanzvorstände, Manager von Tochterfirmen und Scheers Ehefrau. Ihnen wird von der Staatsanwaltschaft Betrug, Insiderhandel, Erpressung und Steuerhinterziehung in wechselnder Beteiligung vorgeworfen. Den ersten Schwindel mit falschen Angaben sollen die New-Economy-Manager bereits bei der Erstellung des Prospekts zum Börsengang 1999 begangen haben. Später folgten Scheinbuchungen in Höhe von insgesamt 15 Mill. Euro.

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