Mordanschlag der Separatistenorganisation
ETA-Anschlag: Sozialistischer Stadtrat ermordet

Mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA haben am Donnerstag in der nordspanischen Stadt Orio einen sozialistischen Stadtrat erschossen.

dpa SAN SEBASTIAN/BERN. In einer Kneipe schossen die beiden Täter dem 69-jährigen Juan Priede Pérez aus nächster Nähe mehrere Kugeln in den Kopf. Wie das baskische Innenministerium mitteilte, besteht kein Zweifel, dass die ETA hinter dem Anschlag steckt. In der Schweiz ist unterdessen eine mutmaßliche deutsche ETA-Aktivistin verhaftet worden.

Es war der erste Mordanschlag der Separatistenorganisation in diesem Jahr. Wenige Stunden zuvor hatte die Polizei bei einer Razzia im spanischen Baskenland sechs mutmaßliche ETA-Mitglieder gefasst. Der Zeitpunkt des neuen Attentats scheint kein Zufall gewesen zu sein.

Priede Pérez war einer der Delegierten des außerordentlichen Parteitages, auf dem die Sozialisten des Baskenlandes an diesem Wochenende einen neuen Vorsitzenden wählen wollen. Ihr bisheriger Chef Nicolás Redondo war zurückgetreten, nachdem er wegen seines Kurses der Annäherung an die konservative Volkspartei (PP) in der Anti-Terror-Politik in den eigenen Reihen kritisiert worden war.

Möglicherweise habe die ETA die Sozialisten mit dem Anschlag einschüchtern wollen, hieß es. Priede Pérez war verwitwet und Vater mehrerer Kinder. Er war der einzige Stadtrat der Sozialisten im Rathaus von Orio, einer kleinen Ortschaft nahe San Sebastian.

Gegen die in der Schweiz festgenommene Deutsche liege wegen Verdachts auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung seit Jahren ein internationaler Haftbefehl vor, teilte das Schweizer Justizministerium in Bern mit. Sie soll 1994 konspirative Wohnungen für das gefährliche ETA-Kommando "Barcelona" in der spanischen Mittelmeer-Metropole angemietet haben. Zudem werde sie verdächtigt, Giftgase hergestellt und verborgen zu haben, hieß es weiter.

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