Mordanschlag vereitelt
Streik gegen Chávez legt Venezuela lahm

Ein Generalstreik gegen die linksnationalistische Regierung hat Venezuela am Montag weitgehend lahmgelegt. 70 bis 90 Prozent aller Menschen und Geschäfte hätten den Streikaufruf von Unternehmern, Gewerkschaften und Traditionsparteien im gesamten Lande befolgt, berichtete der Rundfunksender Union Radio.

HB/dpa CARACAS. Ähnliche Zahlen nannten auch andere Medien und der Gewerkschaftsdachverband CTV. Doch Vizepräsident José Vicente Rangel versicherte in Caracas, der Ausstand sei "auf dem Lande kläglich gescheitert". Die Opposition fordert den Rücktritt von Präsident Hugo Chávez sowie Neuwahlen.

Kurz vor Streikbeginn hatte Chávez versichert, dass er "um ein Haar" einem Mordanschlag entkommen sei. In seiner Rundfunksendung "Alo Presidente" erzählte er, dass er am Samstag bei seiner Rückkehr von einer Europa-Reise in Maracay rund 100 Kilometer westlich der Hauptstadt habe landen müssen, weil er kurzfristig vom geplanten Anschlag erfahren habe, der auf dem internationalen Flughafen von Caracas erfolgen sollte.

Es habe in Flughafennähe eine Schießerei zwischen Sicherheitskräften und einer unerkannt entkommenen Gruppe von Attentätern gegeben, sagte er. Dabei seien eine Bazooka sowie Papiere mit Namen von Oppositionspolitikern sichergestellt worden. Erst vor zwei Wochen, am Vortag einer Antiregierungskundgebung, hatte Chávez von einem vereitelten Putsch berichtet.

Chávez bezeichnete den Ausstand als illegal. Es handelt sich bereits um den dritten Generalstreik gegen ihn in zwölf Monaten. Gewerkschaftsführer Carlos Ortega sagte, dass der Streik je nach Reaktion der Regierung "12, 24, 48 Stunden oder auch länger" dauern könne. Caracas drohte mit der Verhängung des Ausnahmezustandes, wenn der Ausstand andauern sollte.

Der frühere Oberstleutnant und Ex-Putschist Chávez (48) war am 11. April nach einem Streik und Protesten mit 20 Toten von einer bürgerlich-militärischen Bewegung aus dem Amt gejagt und festgenommen worden. Nach knapp 48 Stunden hatten aber zivile und militärische Regierungsanhänger seine Rückkehr an die Macht durchgesetzt. Die Opposition wirft Chávez unter anderem Machtmissbrauch, einen autoritären Regierungsstil und schlechte Wirtschaftspolitik vor.

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