Mordfall Jakob
Neue Vernehmung nicht vor Wochenmitte

Der mutmaßliche Mörder von Jakob von Metzler wird frühestens Mitte dieser Woche wieder vernommen. Der Verteidiger des 27 Jahre alten Verdächtigen werde die Akten am Montag oder Dienstag zur Einsicht bekommen, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Schilling in Frankfurt. Danach werde der Anwalt einen Termin für die nächste Vernehmung vorschlagen.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Davon erhoffen sich die Ermittler neue Erkenntnisse über den Tathergang und das Motiv des Jura- Studenten, der den Bankierssohn vor zehn Tagen entführt und getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft will den Mann so schnell wie möglich vernehmen.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll der 27-Jährige aus Geldgier die Tat lange geplant haben. Bereits mehrere Tage vor Jakobs Entführung habe er ein detailliertes Erpresserschreiben verfasst, in dem er eine Million Euro Lösegeld verlangte. Schilling wollte den Bericht nicht kommentieren. Die Staatsanwaltschaft habe keine Informationen an den «Spiegel» weitergegeben. "Das Verfahren ist relativ neu, und wir wollen, dass es zum Erfolg führt", sagte Schilling. Die Ermittlungen liefen weiter auf Hochtouren.

"Es werden sehr viele Spuren untersucht", sagte der Staatsanwalt. Dazu gehöre auch die Kleidung von Jakob, die am Freitag in einem Altkleidercontainer in Neu-Isenburg gefunden worden war. Die Auswertung aller Sachbeweise könne noch Wochen dauern. Mit ihrer Hilfe sollen die Aussagen des Beschuldigten untermauert oder widerlegt werden. Er hatte mit seinen bisherigen Äußerungen die Polizei zur Leiche des elfjährigen Jakob und zu seinen Kleidungsstücken gelenkt. Ein umfassendes Geständnis liegt bislang nicht vor.

An diesem Freitag ist ein Trauergottesdienst für Jakob in der Frankfurter Katharinenkirche geplant. Anschließend soll der Junge im engsten Familien- und Freundeskreis auf dem Hauptfriedhof beigesetzt werden. Jakobs Eltern, Geschwister und Verwandte zeigten am Montag den Tod des Elfjährigen in einer schlichten Todesanzeige in mehreren überregionalen Zeitungen an. In der Anzeige standen nur der Name und das Alter des Kindes. Mitarbeiter des Bankhauses B. Metzler drückten ebenfalls in einer Anzeige ihre Trauer mit der Familie aus.

Nach Informationen des "Spiegel" soll der 27-jährige Student Jakob unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt und ihn dort gewürgt haben, bis der Junge kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Anschließend sei der Student mit dem toten Kind im Kofferraum seines Autos zum Haus der Bankiersfamilie gefahren, um das Lösegeldschreiben zu deponieren. Jakobs Leiche versteckte er in einem Weiher bei Schlüchtern. Nach der Übergabe des Lösegelds am vergangenen Montag war der Mann festgenommen worden. Einen Tag später erging Haftbefehl wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubes.

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