Morgan Stanley rechnet mit kräftiger Konjunktur-Erholung
Aktien wieder interessanter als Anleihen

Aktien sind besser als Anleihen. Dies meinen jedenfalls die Ökonomen des US-Finanzhauses Morgan Stanley, Elga Bartsch und Joachim Fels, und empfehlen den Investoren, stärker auf europäische Aktien und weniger auf US-Aktien zu setzen.

ret FRANKFURT/M. "Wir erwarten für die nächsten Monate eine Kurserholung an den Aktienbörsen", sagt Joachim Fels. Gemessen an den bekannten MSCI-Aktienindizes seien europäische Aktien derzeit im Durchschnitt um etwa 11 % unterbewertet: "Wir raten den Anlegern voll auf konjunkturzyklische Werte zu setzen".

Bei Morgan Stanley wurden Technologiewerte zuletzt von "unterdurchschnittlich" auf "neutral" heraufgestuft. Zur Triebfeder des kommenden Kursaufschwungs bei Aktien werde der globale Konjunkturaufschwung. "Die Weltwirtschaft dürfte in diesem Jahr um 2,6 % und im nächsten Jahr um 4,0 % wachsen", prognostiziert Fels. Auch die reichliche Liquiditätsversorgung der Märkte sei ein positiver Faktor für Aktien.

Noch würden die Anleger die üppige Liquiditität nicht in Aktien investieren. Dies werde sich in den kommenden Monaten jedoch ändern. Es sei davon auszugehen, dass sich Europas Aktienbörsen günstiger entwickeln als die Wall Street. Die Anleger in Europa sollten bedenken, dass in US-Aktien weiter ein nicht unerhebliches Währungsrisiko bestehe. Elga Bartsch erwartet eine Fortsetzung des jüngsten Kursaufschwungs bei der europäischen Einheitswährung: "Der Euro ist zum US-Dollar trotz der jüngsten Kurserholung weiterhin um rund 15 % unterbewertet". Erst bei einem Kurs von rund 1,05 US-Dollar sei der Euro als fair bewertet anzusehen", sagt die Ökonomin.

Die Vergangenheit habe jedoch gelehrt, dass es bei Kurstrends an den Devisenmärkten zu einem Überschießen in die eine oder andere Richtung kommen könne. Daher sei eine Erholung des Euro-Kurses bis auf 1,10 US-Dollar nicht auszuschließen. Es sei durchaus möglich, dass es einen weiteren Vertrauensverlust in US-Finanzwerte gebe, und dies erhöhe das Risiko einer ernsten Dollarkrise. Da jedoch weder die USA noch Europa und Japan ein großes Interesse an einer starken Abwertung des US-Dollars hätten, halten die Ökonomen von Morgan Stanley eine solche Entwicklung für nicht sehr wahrscheinlich.

An den internationalen Bondmärkten rechnen Elga Bartsch und Joachim Fels im Verlauf dieses Jahres mit weiter steigenden Renditen. "In den USA dürften die langfristigen Zinsen stärker steigen als in Europa", sagt Fels. "Die EZB wird bereits am 4. Juli die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben", wagt Elga Bartsch eine konkrete Prognose. Danach dürfte im August auch die Bank of England die Kreditzügel weiter anziehen. Und im September werde dann auch die US-amerikanische Notenbank Fed die geldpolitische Bremse betätigen.

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