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Morgan Stanley sorgt mit Aufstockung der TUI-Beteiligung für Wirbel

(dpa-AFX) Frankfurt/Hannover - Die US-Investmentbank Morgan Stanley < MWD.NYS > < DWD.ETR > hat ihre Beteiligung am Tourismuskonzern TUI < TUI.ETR > aufgestockt und damit im Unternehmen selbst und auf dem Markt für Wirbel gesorgt. Denn der Grund, warum die Bank ihren Anteil von zuvor rund 5 auf 10,10 Prozent erhöht hat, liegt im Dunklen. Die Spekulationen von Analysten und Händlern reichen von einer möglichen Übernahme über die bloße Schnäppchenjagd bis hin zu einer Offensive der Hedge-Fonds.

(dpa-AFX) Frankfurt/Hannover - Die US-Investmentbank Morgan Stanley < MWD.NYS > < DWD.ETR > hat ihre Beteiligung am Tourismuskonzern TUI < TUI.ETR > aufgestockt und damit im Unternehmen selbst und auf dem Markt für Wirbel gesorgt. Denn der Grund, warum die Bank ihren Anteil von zuvor rund 5 auf 10,10 Prozent erhöht hat, liegt im Dunklen. Die Spekulationen von Analysten und Händlern reichen von einer möglichen Übernahme über die bloße Schnäppchenjagd bis hin zu einer Offensive der Hedge-Fonds.

Bei TUI wusste keiner etwas von dem Zukauf. Und er nährt nach Aussage eines TUI-Sprechers Spekulationen. "Es ist schon ungewöhnlich, dass die 10 Prozent-Marke überschritten wird. Wir sprechen hier von strategischen Dimensionen." Was dahinter stecke, sei im Konzern nicht bekannt. "Aber wir sind aufmerksam geworden." Morgan Stanley wollte sich zu der Beteiligungsaufstockung auf Anfrage nicht äußern.

Ein Analyst aus Hamburg betonte, er habe den Eindruck, bei der TUI wachse die Besorgnis, "dass da jemand im Hintergrund ein Übernahmepaket schnürt". Auch ein Händler aus Düsseldorf vermutet hinter der Aktion einen Übernahmeversuch - "allerdings nicht durch Morgan Stanley. Der Broker sammelt in einem solchen Fall die Anteile im Auftrag Dritter." Andererseits könne es sich aber auch um eine strategische Beteiligung handeln.

Bank AUF Schnäppchenkauf

Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz wollte die Aufstockung nicht überbewerten: "Es wird keine Übernahme kommen, da bin ich mir ganz sicher. Zumindest nicht durch Morgan Stanley." Ein Analyst aus Frankfurt sagte, die Bank könne die TUI-Anteile auch gekauft haben, weil die Aktie stark unterbewertet sei und als Schnäppchen angesehen werde, das sich später auszahle. "Sie kaufen die Anteile zum niedrigen Kurs, legen sie in das Portfolio und hoffen auf die lange erwartete Kursverbesserung."

Bei der TUI entstehe schon seit einiger Zeit der Eindruck, dass die Aktie permanent schlecht geredet werde, betonte ein Hamburger Analyst. Für ihn sei die Entwicklung der Aktie "merkwürdig" und nicht nachvollziehbar. "Normalerweise müssten bei den hohen Umsätzen und auch angesichts der Übernahmegerüchte der Kurs nach oben gehen - er sinkt aber weiter." Er könne sich dies nur damit erklären, dass die Aktie von Hedge-Fonds weiter "stark geshortet" werde. Hedge-Fonds - die auf weiter fallende Kurse setzen - würden offenbar Leerverkaufspositionen ausbauen und damit den Verkaufsdruck hoch halten. Dadurch werde der Kurs gedrückt und die Fonds könnten die Anteile zu einem günstigeren Kurs wieder zurückkaufen.

Über Weiteres Vorgehen Wird Spekuliert

Neben den Spekulationen über die Gründe wurde auch über das weitere Vorgehen der US-Bank gerätselt - etwa, ob sie weitere Anteile kaufen will oder sogar schon gekauft hat. "Ob Morgan Stanley mittlerweile mehr hält, wissen wir nicht", sagte der TUI-Sprecher. Nach dem Gesetz muss die Bank einen möglicherweise weiter erhöhten Anteilsbestand erst wieder melden, sobald dieser die Marke von 25 Prozent überschreitet.

Auch woher die Anteile kommen, ist völlig unklar. "Woher sie die haben, wissen wir nicht", sagte der TUI-Sprecher. Die Anteile seien aber auf keinen Fall von der Westlb übernommen, sondern frei über die Börse zugekauft worden. Das bestätigte auch die Westlb. "Wir haben nicht verkauft", sagte ein Banksprecher am Mittwoch auf Anfrage. Die Westlb hatte in der Vergangenheit mehrfach bekräftigt, dass sie ihre Beteiligung von 31 Prozent an der TUI verkaufen will.

Ein Börsianer sagte mit Blick auf den geringen Streubesitz: "Damit droht ein Abstieg aus dem DAX < DAX.ETR > ." Ob das Morgan-Stanley-Paket zum Handelsbestand des Bankhauses zählt und damit dem Streubesitz zuzurechnen ist oder ob es jetzt zum Festbesitz zählt, interessiert auch die Deutsche Börse. "Wir prüfen das", sagte ein Sprecher. Die Größe des Streubesitzes ist ein wichtiger Faktor für die Bewertung der Marktkapitalisierung des Konzerns und damit für die auf der Kippe stehende DAX-Notierung.

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