Morgan Stanley startet ProSieben-Bewertung
Analysten begrüßen Fusionsabsage

Am Mittwoch wurden die Fusionsgespräche zwischen Prosieben-Sat 1 und Kirch-Media endgültig abgebrochen. Analysten beurteilen das heute mehrheitlich positiv; ihre Bedenken einer möglichen Verwässerung bei einem Aktientausch sind nun geschwunden. Der Prosieben-Aktie hilft das zunächst wenig.

Reuters MÜNCHEN/LONDON. Angesichts der finanziell angespannten Situation des Kirch-Konzerns haben die Produktions- und Rechtegesellschaft Kirch-Media und die Tochter Prosieben-Sat 1 Media AG ihre ursprünglich für diesen Sommer 2002 geplante Fusion am Mittwoch endgültig abgesagt. Analysten zeigten sich von der endgültigen Absage der Fusion zunächst überrascht. Die Entscheidung lasse Raum für Spekulationen über die Zukunft von Kirch-Media, hieß es. Die Prosieben-Aktien profitierten am Mittwochnachmittag noch von der Entscheidung, weil die Bewertung der Senderfamilie ohne die verschuldete Kirch-Media höher sei. Im frühen Handel an der Frankfurter Börse notierte Prosieben am Donnerstag indes um 1,72 % leichter bei 11,40 Euro.

"Der Markt wertet die Absage als sehr positiv, weil die Fusion die Ertragskraft der Prosieben-Gruppe noch weiter geschwächt hätte", sagte Klaus Kränzle, Analyst bei der Bremer Sparkasse. "Der Prosieben-Kernsender ist ja an sich sehr gesund", fügte er hinzu. "Aus strategischer Sicht wird sich nicht viel ändern, Kirch und Prosieben haben vorher zusammengearbeitet und werden das auch in Zukunft tun", sagte ein Münchener Analyst.

Die Investmentbank Merrill Lynch hat die Aktien des TV-Unternehmens Prosieben-Kreisen zufolge heute heraufgestuft. Mittelfristig habe Merrill die Papiere auf "Neutral" von "Reduce/Sell" angehoben, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Langfristig sähen die Merrill-Analysten die Aktie bei "Buy" statt zuvor "Reduce/Sell", hieß es heute in London. Mit der Absage der Fusion von Prosieben-Sat 1 und Kirch-Media seien Merrills Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verwässerung bei einem Aktientausch geschwunden.

Unterdessen hat die Investmentbank Morgan Stanley heute die Bewertung der Aktien der TV-Gruppe mit dem Anlageurteil "Equal-Weight" aufgenommen. Als Kursziel nannte Morgan Stanley 11,93 Euro. Die Märkte hätten sich erleichtert über den Abbruch der Fusionsgespräche gezeigt, bestätigte auch Sarah Simon, Analystin bei Morgan Stanley. Kirch müsse die Produktionsverträge mit den Studios neu verhandeln. Dies könne Programmeinsparungen von jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen und biete ein längerfirstiges Aufwärtspotenzial für die Aktie, sagte Simon.

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