Moschee durchsucht
Terrorverdacht: Polizei fahndet nach Ägypter

Bei der Fahndung nach einem mutmaßlichen Terroristen hat die Polizei am Mittwochmorgen eine Moschee in Hamburg durchsucht. In dem Gotteshaus im Stadtteil St. Georg wurde nach einem Hinweis ein Ägypter gesucht, der einen Anschlag geplant haben sollte, sagte eine Polizeisprecherin.

Reuters HAMBURG. Hinweise, wonach der Mann für den Jahrestag der Anschläge vom 11. September in dem Gotteshaus einen Sprengstoffanschlag vorbereitete, bestätigten sich bei dem Einsatz in den frühen Morgenstunden aber nicht. "Wir gehen davon aus, dass in diesem Zusammenhang weder für Hamburg noch für die Bundesrepublik Deutschland eine konkrete Gefährdung vorhanden ist", sagte der Leiter der Abteilung Staatsschutz der Hamburger Polizei, Bodo Franz, vor Journalisten. Der Hamburger Staatsschutz gehe dennoch davon aus, dass die Hinweise einen seriösen Hintergrund hätten. Nach dem in der Moschee vermuteten Ägypter werde weiter gefahndet. Zur Person machte Franz aber keine weiteren Angaben.

Hinweis kam von nicht näher benannter "Staatsbehörde"

Eine von Franz nicht näher benannte "Staatsbehörde" habe die Polizei am späten Dienstagabend darüber informiert, dass sich in den Räumen der Moschee El Nour im Stadtteil St. Georg ein Ägypter aufhalten solle, der einen Anschlag plane. Man habe Informationen bekommen, dass dieser Mann mit anderen Personen bestimmte Dinge in konspirativer Weise abgesprochen haben solle.

Ein Schild an der Moschee weist das Gotteshaus als "Islamic Center Hamburg" aus. Die Moschee liegt nur etwa 500 Meter von der Moschee El Kods entfernt, in der der mutmaßliche Anführer der Anschläge vom 11. September 2001, Mohammed Atta, früher gebetet hatte. In Hamburg hatten sich mehrere der mutmaßlichen Attentäter vom 11. September aufgehalten.

Mehrere Festnahmen wegen Verstoßes gegen Ausländergesetz

Die Polizei sperrte die Umgebung der Moschee ab. 238 Beamte hätten mit Spürhunden sämtliche 55 Wohnräume des zur Moschee gehörenden Gästehauses durchsucht. Von gut 50 dort angetroffenen Personen seien acht festgenommen worden, weil sie sich offenbar illegal in Deutschland aufhielten, hieß es. Drei Personen seien als Verdächtige vorübergehend in Gewahrsam genommen, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß.

Der Staatsrat der Hamburger Innenbehörde, Walter Wellinghausen, sagte, Anhaltspunkte für eine Gefährdung der Bevölkerung lägen nicht vor. "Sondern es geht hier um präventive Maßnahmen zur Verhinderung von konspirativen Absprachen und Vorbereitung von Anschlägen", sagte Wellinghausen. "Hamburg hat in Bezug auf die Terroranschläge vom 11. September eine besondere Verantwortung", fügte er unter Hinweis auf den Jahrestag der Anschläge in den USA hinzu.

Bereits am Dienstag hatte Generalbundesanwalt Kay Nehm in Hamburg und Schleswig-Holstein die Geschäfts- und Lagerräume einer deutsch-syrischen Im- und Exportfirma durchsucht.

Der deutsch-syrische Geschäftsführer, seine Frau und die beiden Söhne stehen im Verdacht der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Sie sollen islamische Fundamentalisten nach Deutschland eingeschleust haben. Die Ermittler waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft im Umfeld des mutmaßlichen Attentäters Atta auf den Namen der Firma gestoßen.

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