Moskau stellt Bedingung
Iran will Atomprotokoll unterzeichnen

Iran ist zur Unterzeichnung eines Protokolls über die Rückgabe verbrauchter Uranbrennstäbe an Russland bereit. Das erklärte der iranische Botschafter in Moskau, Gholam-Reza Schafei, nach Meldungen der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA vom Freitag. Der Entwurf eines solchen Abkommens sei bereits fertig gestellt, sagte der Botschafter.

HB/dpa TEHERAN/WIEN. Russland soll die Brennstäbe für den Betrieb des Atomkraftwerks in Buschir am Persischen Golf liefern, drängt Teheran aber zur Unterzeichnung eines Protokolls über die Rückgabe der Brennstäbe, so dass aus ihnen kein Plutonium zur Herstellung von Atombomben gewonnen werden kann. Iran ist nach Angaben des Botschafters dabei, die Technik zur Herstellung eigener Kernbrennstäbe zu entwickeln, habe diese aber noch nicht selbst produziert. Die USA werfen Iran vor, an einem geheimen Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Teheran hat dies zurückgewiesen und erklärt, sein von Russland unterstütztes Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed El Baradei, hat unterdessen der Leitung seiner Behörde einen geheimen Bericht über das iranische Atomprogramm vorgelegt. Der Bericht diene dem 35-köpfigen Gouverneursrat der IAEO zur Vorbereitung seiner routinemäßigen Sitzung vom 16. bis 20. Juni, berichtete die UN-Atombehörde am Freitagabend in Wien. Der Gouverneursrat werde sich auf dieser Grundlage mit Iran beschäftigen. Nach unbestätigen Informationen soll Iran gegen Bestimmungen des Atomwaffensperrvertrages verstoßen, dessen Einhaltung von der IAEO überprüft wird.

Russland macht die Lieferung von Kernbrennstäben an Iran nach Angaben des Außenministeriums nicht vom Beitritt Teherans zu einem Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) abhängig. Wichtiger sei, dass Iran ein Abkommen über die Rückgabe des Spaltmaterials an Russland unterzeichne, hatte Ministeriumssprecher Alexander Jakowenko am Donnerstag in Moskau gesagt.

Beim G-8-Gipfel in Evian hatten westliche Teilnehmer von einer angeblichen Kehrtwende Präsident Wladimir Putins in der nuklearen Zusammenarbeit mit Teheran gesprochen. Russland wolle die Kooperation aussetzen, solange Iran das IAEO-Zusatzprotokoll über verschärfte Kontrollen seiner Atomanlagen nicht unterzeichne, hieß es. Dies wurde in Moskau nicht bestätigt.

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