Motiv noch unklar
Brandenburgischer Ex-Minister gesteht Mordauftrag

Der Brandenburger Ex-Bauminister Jochen Wolf hat nach eigenem Geständnis einen Mann mit der Ermordung seiner Frau beauftragt.

ap POTSDAM. Der inhaftierte 60-Jährige Politiker räumte die Vorwürfe ein, wie die Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Sigrid Komor, erklärte. Der Beauftragte sollte dafür 15 000 DM erhalten, hatte sich jedoch im November 2000 der Polizei offenbart. Wolf war nach längeren Ermittlungen am Freitagabend am Berliner Bahnhof Zoo verhaftet worden.

Wolf räumte den Mordauftrag zwar ein, erklärte jedoch, danach keinen Kontakt mehr mit dem von ihm gedungenen Mann gehabt zu haben. Deshalb sei er davon ausgegangen, dass sich die Sache erledigt habe. Staatsanwältin Komor sagte dagegen, die Ermittlungen hätten diese Darstellung widerlegt.

Die Polizei hatte beobachtet, wie sich Wolf und der mit dem Mord Beauftragte nach der Rückkehr des Ex-Ministers von einer Ukraine-Reise auf dem Berliner Flughafen Schönefeld trafen. Kurz darauf wurde er am Bahnhof Zoo festgenommen. Für Wolfs Ehefrau habe keine Gefahr bestanden, weil der für die Tat gedungene Mann regelmäßig Kontakt mit der Polizei gehalten habe. In den vergangenen Tagen sei die 54-Jährige aber aus ermittlungstaktischen Gründen abgeschirmt worden, erklärte Komor.

Tatmotiv unklar

Laut Staatsanwaltschaft machte Wolf keine näheren Angaben zu seinem Tatmotiv. Ihn habe aber die langwierige Scheidung von seiner Frau stark belastet, hieß es. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, Geldsorgen seien der Auslöser für das Mordvorhaben gewesen. Zurzeit sitzt der 60-Jährige in der Justizvollzugsanstalt in Brandenburg an der Havel in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen ihn dauern an.

Wolf, der Referatsleiter im brandenburgischen Wirtschaftsministerium für außenwirtschaftliche GUS-Projekte ist, war schon mehrmals in die Schlagzeilen geraten. 1998 hatte sich Wolfs russische Geliebte mit seiner Pistole in seinem Haus erschossen. Der frühere SPD-Politiker war zwischen 1990 und 1993 Bauminister in Brandenburg. Nach einer Immobilienaffäre musste er zurücktreten und hatte später auch die Partei verlassen.

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