Motive noch unklar
Ukrainischer Politiker vor Parlamentswahl erschossen

Wenige Stunden vor der Parlamentswahl in der Ukraine ist ein Kandidat erschossen worden. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, wurde der Sozialdemokrat Mikola Schkribljak in der Nacht zum Samstag in der westukrainischen Ortschaft Iwano-Frankiwsk getötet.

afp/dpa KIEW. Unbekannte gaben im Treppenhaus seines Wohnhauses mehrere Schüsse aus einer automatischen Waffe auf ihn ab. Der für die regierungsnahe Vereinigte Sozialdemokratische Partei kandidierende Politiker war bei dem Attentat am Freitagabend von neun Schüssen getroffen worden. Der 42-Jährige, der auch Vize-Gouverneur der Region war, starb im Krankenhaus.

Schkribljak hatte nach Angaben seiner Partei große Chancen, das Direktmandat in seinem Wahlkreis zu gewinnen. Über mögliche Motive für den Mord machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Umfragen sehen die konservative Oppositionskoalition "Unsere Ukraine" unter Führung des früheren Regierungschefs Wiktor Juschtschenko mit 20 Prozent der Wählerstimmen an der Spitze. Der in seiner Heimat sehr beliebte Politiker war im vergangenen April von mutmaßlichen Anhängern des Präsidenten Leonid Kutschma aus dem Amt gedrängt worden. Sein Block käme auf bis zu 130 der 450 Parlamentssitze. Auf dem zweiten Platz liegen in den Prognosen die Kommunisten mit 15 Prozent.

Obwohl den jüngsten Umfragen zufolge nur sieben Prozent der Ukrainer für Kutschmas Partei "Für eine vereinte Ukraine" stimmen wollen, gehen unabhängige Beobachter davon aus, dass die Getreuen des Präsidenten etwa 150 Sitze erringen werden. Kutschma werde dank mehrerer Allianzen mindestens 30 Prozent der Sitze kontrollieren und sich damit gegen mögliche Amtsenthebungsverfahren schützen, erwarten Politikwissenschaftler.

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