Motormeile GmbH geht Ende April an den Start
Daimler-Chrysler wird zum Gebrauchtwagen-Händler

Der Automobilkonzern Daimler-Chrysler will über eine eigens gegründete Tochtergesellschaft sein Geschäft mit Gebrauchtwagen verstärken. Im Erfolgsfalle solle dieses Geschäft ausgeweitet werden.

Reuters ECHING. Die als exklusives Projekt zunächst geplante motormeile GmbH werde ab Ende April am Standort Eching bei München junge Fahrzeuge verschiedener Hersteller von Audi bis VW verkaufen, sagte Eckhard Panka, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Daimler-Chrysler Vertriebsorganisation Deutschland (DCVD), am Dienstag in Eching. Somit engagiere sich erstmals ein Automobilhersteller direkt im markenunabhängigen Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen.

"Abhängig vom Erfolg der motormeile werden wir über weitere Standorte in Deutschland und auch in Europa entscheiden", sagte Panka. Vorstellen könne er sich, vier bis sechs weitere Gebrauchtwagencenter in Deutschland einzurichten. Auch sei eine Ausdehnung dieses Konzeptes "in vergleichbarer Größenordnung" in die wichtigsten europäischen Länder vorstellbar.

Nach drei Jahren solle sich die Zahl der von motormeile verkauften gebrauchten Fahrzeuge auf 4.000 jährlich belaufen, sagte der motormeile-Geschäftsführer Hans-Joachim Bayer. Die Wagen seien nicht älter als vier Jahre und würden zu einem Preis zwischen 9.000 und 50.000 Euro angeboten. Der Schwerpunkt des Angebots liege bei nachgefragten Modellen deutscher Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW, VW oder Audi. Im Rahmen von saisonalen Aktionen würden auch Nischenprodukte wie Cabriolets, Geländewagen oder Vans angeboten. Das Investitionsvolumen für die neue Tochter bezifferte Panka auf 1,6 Millionen Euro.

Von der Gründung der motormeile verspreche sich Daimler-Chrysler einen höheren Marktanteil am Gebrauchtwagenhandel. Das Geschäft mit Gebrauchtfahrzeugen in Deutschland sei mit rund 7,2 Millionen Besitzumschreibungen im Jahr 2001 mehr als doppelt so groß wie das Geschäft mit Neufahrzeugen gewesen, sagte Panka. Im vergangenen Jahr seien rund 3,3 Millionen Fahrzeuge in Deutschland neu zugelassen worden.

Bislang sei Daimler-Chrysler im Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland nur über seine Niederlassungen vertreten, die 2001 ihren Absatz mit Gebrauchtwagen um zehn Prozent auf 110.000 Einheiten steigern konnten. Dabei bestehe das Fahrzeugsortiment der Daimler-Chrysler-Niederlassungen bis zu 85 Prozent aus Mercedes-Modellen. Da motormeile im Gegensatz dazu junge Gebrauchtwagen verschiedener Marken anbiete, die in den bestehenden Absatzkanälen des Mutterkonzerns kaum nachgefragt würden, sieht Panka die neue Tochter als Ergänzung zu den Niederlassungen. "Die Niederlassungen werden auch künftig die tragende Säule unseres Gebrauchtwagengeschäfts sein", sagte er.

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