Motorola-Aktien verlieren deutlich
Motorola-Manager Breen wird neuer Tyco-Chef

Der angeschlagene US-Mischkonzern Tyco International hat den bisherigen Motorola-Präsidenten Edward D. Breen zum neuen Chef ernannt. Er wird Nachfolger von Dennis Kozlowski, der vergangenen Monat nur einen Tag vor einer Anklage wegen Steuerhinterziehung zurückgetreten war.

HB/Reuters/dpa PEMBROKE. Breen will in den kommenden Wochen "einen spezifischen Aktionsplan" für Tyco entwickeln. Damit will er das Vertrauen in die Firma wieder herstellen und die Kerngeschäfte stärken.

Analysten äußerten sich überrascht, begrüßten aber den Beschluss. "Es kam aus heiterem Himmel", sagte Steve Altmann von Commerzbank Securities. "Das ist das Letzte, was ich erwartet hätte an diesem Tag. Auf den ersten Blick denke ich, es ist fantastisch." Matthew Hoffman von SoundView Technology ergänzte: "Breen ist sehr populär an der Wall Street und als Manager respektiert."

Breen war zuvor angeblich bereits die Führung der ebenfalls unter enormen Problemen leidenden Netzwerkausrüster Lucent Technologies und Nortel Networks angedient worden, doch hatte er abgelehnt.

Breen war im Jahr 2000 zu Motorola gekommen. Er war Chef des Kabel-Komponentenherstellers General Instrument, der von Motorola übernommen worden war. Bei Motorola brachte er die ihm unterstellten Sparten durch Massenentlassungen und massive Kostensenkungen rasch auf Vordermann.

Motorola war von dem plötzlichen Weggang Breens ebenso überrascht worden wie die Wall Street. Das Unternehmen ernannte umgehend Mike Zafirovski zum neuen Präsidenten. Er war bisher Leiter der Handy-Sparte. Dies gab Motorola-Unternehmenschef Galvin bekannt.

Das Ausscheiden Breens wurde von der Wall Street als herber Verlust für Motorola gewertet. Die Motorola-Aktien sackten nachbörslich von 12,18 Dollar auf 10,70 Dollar ab, nachdem sie im regulären Handel bereits um 9,5 Prozent gefallen waren.

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