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Motorolas GPRS-Päckchen

Mit insgesamt sechs GPRS-Geräten will sich Motorola seine Rolle als Tempomacher unter den Handy-Herstellern sichern. Bisher haben die Unternehmen mit diesen Handys vor allem Business-Anwender ins Visier genommen. Doch bei Motorola soll nun für jeden etwas dabei sein.

HB DÜSSELDORF. Nachrichten, Unterhaltung und Individualität. Dies sind laut Marketing-Direktor Martin Campiche die "Killer-Anwendungen" der Motorola-Modelle, die auf der Cebit zu sehen sind. So sollen die neuen Handys beispielsweise SMS-, E-Mail- und Wap-Anwendungen noch besser unterstützen. Dabei kann gerade Wap einiges an Zuwendung gebrauchen. Schließlich wird der internetähnliche Datendienst von vielen Fachleuten mittlerweile als Totgeburt bezeichnet. Durch ortsbezogene und personalisierte Informationen soll Wappen wieder attraktiver werden. Und durch die neue Übertragungstechnik GPRS, die die Daten paketweise transportiert und als Vorläufer von UMTS gilt, soll Wap endlich auch schneller werden.

Beim "General Packet Radio Service" kommen die Datenpakete bis zu zehnmal schneller zum Handy-Nutzer, als das bisher mit dem üblichen GSM (Global System for Mobile Communication) möglich ist. Multimedia-Inhalte mit Tönen und bewegten Bildern könnten aus dem Handy einen echten mobilen Internetzugang machen.

Bereits seit vier Jahren investiert Motorola nun schon in GPRS. Sein Timeport T260 ist seit Anfang des Jahres zu haben und damit das erste und bislang einzig erhältliche GPRS-fähige Endgerät. Bis September wollen die Amerikaner fünf weitere Mobiltelefone mit dem Datenturbo auf den Markt bringen. Zunächst kommt das Timeport 288, das laut Motorola ab Mitte dieses Jahres erworben werden kann.

Wie andere Modelle der Timeport-Serie wurde es speziell für Business-Anwender entwickelt, die häufig unterwegs sind und ihre Zeit managen müssen. Dank der Triband-Technik, die den Einsatz des Handys in den USA erlaubt, einem eingebauten Modem, einem umfangreichen Adressbuch mit Platz für rund 1 000 Einträge sowie einer maximalen Bereitschaftszeit von 250 Stunden (Herstellerangaben) dürfte das 288 hohen Ansprüchen durchaus gerecht werden.

Zusätzlichen Komfort versprechen eine Diktierfunktion für Sprachaufnahmen mit einer Gesamtlänge von bis zu drei Minuten, eine große Auswahl an Klingeltönen, die auch selbst komponiert und Anrufern zugeordnet werden können sowie diverse Organizer-Anwendungen. Das Lesen von Wap- und SMS-Nachrichten wird durch ein hochauflösendes Display erleichtert, und für eine bequeme Bedienung gibt es einen Vierwege-Navigationsknopf sowie eine Wippe direkt unterhalb des Bildschirms. Ebenso komfortabel wie das Telefon selbst soll sein Zubehör sein. Zum Beispiel eine Bluetooth-Schnittstelle, die die kabellose Kommunikation mit einem PC, Laptop oder einer Freisprecheinheit ermöglicht und in Form eines Akkus angeboten wird.

Technik-Freaks dürfen sich zudem auf das Accompli 008 freuen, das zur Cebit in den Handel kommt. Das Smart Phone wird direkt über sein großes, berührungssensibles Display bedient - daher reichen vier Knöpfe auf seiner Front und ein seitliches Scroll-Rädchen für seine restliche Handhabung völlig aus. Nachrichten und Notizen werden wahlweise über eine virtuelle Tastatur oder handschriftlich eingegeben, wobei in einem kleinen Kästchen stets sechs alternative Zeichen stehen - falls es mit der Umsetzung in Druckschrift mal nicht so klappt. Ferner kann man mit dem Accompli wappen sowie elektronische Post empfangen und versenden. Einen Zugriff auf das WWW bietet das 155 Gramm schwere Gerät allerdings nicht.

Mobiles für den Lifestyle-Typen

Für so genannte Lifestyle-Typen hat Motorola im zweiten Quartal 2001 gleich zwei Mobiltelefone im Programm: den Mini V66 und das Multitalent V120. Das V66 ist nicht nur klein, sondern auch oho. Zur Ausstattung des Tribands gehören ein Telefonbuch für 500 Einträge, verschiedene Organizer-Funktionen, die mit dem PC abgeglichen werden können, sowie ein Rekorder für Gesprächsmitschnitte und kurze Diktate. Anrufer können rein sprachgesteuert angewählt und Daten können über vier GPRS-Kanäle empfangen werden. Dennoch bringt der Zwerg nur 80 Gramm auf die Waage und ist noch flacher als sein Vorgänger V50. Wie einfach seine Bedienung ist, bleibt abzuwarten - auf den ersten Blick jedoch wirken seine vierteilige Navigationstaste sowie seine drei dynamischen Knöpfe und zwei zusätzlichen Bestätigungstasten etwas verwirrend. Ungewöhnlich ist ebenso die Platzierung der SIM-Karte - die Telefon- und Identifikationskarte -, die hinter einem kleinen Metalldeckel auf der Frontklappe untergebracht wird. Der Deckel lässt sich auf Wunsch gegen einen andersfarbigen austauschen und eignet sich ideal als Werbeträger. Sonderserien für Firmen, deren Logo das Handy verzieren könnte, sind daher durchaus denkbar.

Beim V120 hingegen sind die individuellen Eigenschaften mehr im Inneren zu finden. Große Menüsymbole, diverse Displayfarben, Bildschirmschoner und animierte Icons, mit denen SMS-Meldungen aufgepeppt werden können, sorgen dabei für optisches Vergnügen. Wer will, bekommt auch was auf die Ohren - sei es in Form von Klingeltönen, die heruntergeladen werden können, oder durch einen optional erhältlichen MP3-Player. Angeblich ist das Unternehmen mit bekannten Popstars im Gespräch, deren Musik als Klingeltöne und deren Abbildungen als Grafiken für die Handys erhältlich sein sollen.

Spiele-Lizenzen von Sega

Anhand von Lizenzen will man ferner "einzigartige" Spiele anbieten. So gab Sega kürzlich bekannt, einer der künftigen Spielelieferanten von Motorola zu sein. Die Unterhaltung soll danach in Zukunft groß geschrieben werden. Ebenfalls für das Herunterladen von Ruftönen und Grafiken geeignet ist das Talkabout 192, das als Einsteiger-Handy besonders einfach zu bedienen sein soll. Dazu bietet es beispielsweise eine Spracherkennung, eine Schreibhilfe und ein Display mit Zoom-Funktion. Auch äußerlich hat der Sprechapparat einiges zu bieten: Seine geschwungene Form wirkt dynamisch und wird von keiner Stummelantenne gestört. Durch austauschbare Cover kann das Antlitz verändert werden. Gleiches gilt für das Talkabout 191 - den einzigen Motorola-Neuling, bei dem man auf GPRS verzichten muss. Nicht aber auf Individualität: Schließlich kommt das Mobiltelefon in Farben wie "pale khaki", "velvet morning" und "apricot brandy" daher, deren verheißungsvolle Bezeichnungen allein schon genügend Killerpotenzial in sich bergen.

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