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Motorsport-Boom am Persischen Golf: Neue Serie

Der Mittlere Osten entwickelt sich zum Märchenland des Motorsports. Innerhalb eines halben Jahres sind drei neue Rennstrecken entstanden. Das Autodrom Dubai hatte seine erste internationale Bewährungsprobe mit dem Finale der Tourenwagen-EM und der FIA GT Serie.

dpa DUBAI. Der Mittlere Osten entwickelt sich zum Märchenland des Motorsports. Innerhalb eines halben Jahres sind drei neue Rennstrecken entstanden. Das Autodrom Dubai hatte seine erste internationale Bewährungsprobe mit dem Finale der Tourenwagen-EM und der FIA GT Serie.

Dubai, Teil der Vereinigten Arabischen Emirate, ist nach dem Formel- 1-Rennen in Bahrain im April und dem Motorrad-Grand-Prix von Katar die dritte PS-Oase in der Wüste.

Für die Autoindustrie gewinnt die Region immer mehr an Bedeutung. "Der mittlere Osten ist für BMW ein wichtiger Markt. Nicht unbedingt wegen seiner Bevölkerungszahl, sondern vor allem weil er ein Wirtschaftsraum ist", sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Der Münchner Autokonzern war als einziger sowohl beim Rennen in Bahrain als auch in Dubai vertreten. Offensichtlich hat die Präsenz Erfolg: Der neue Wagen BMW M5 ist bereits für die kommenden zwei Jahren ausverkauft.

Angesichts der in absehbarer Zeit versiegenden Öl-Quellen haben die Strecken auch für die Länder der Region eine wichtige wirtschaftliche Funktion. Der Mini-Staat Bahrain will mit dem Formel- 1-Rennen Werbung als Finanzstandort und attraktives touristisches Ziel machen.

Auch Simon Azzam, der Direktor des Dubai Autodrom, betont die besondere Bedeutung der 100 Mill. Dollar (80 Mill. Euro) teuren Investition in der Wüste. "Ursprünglich gab es nur die Idee, eine Kartstrecke zu bauen, dann haben wir es richtig gemacht und eine 5,35 km lange für die Formel 1 taugliche Strecke hingestellt." Außerhalb von internationalen Großveranstaltungen soll sie der Autoindustrie für Hitzetests im Sommer (bis zu 50 Grad Außentemperatur) und zu Autotests und Präsentationen im Winter bei circa 25 Grad angeboten werden. Um die Rennstrecke ist ein Businesspark für die Automobilindustrie im Bau.

"Der mittlere Osten ist jetzt einfach reif dafür", sagt Scheich Maktoum Hasher Maktoum Al Maktoum, der Cousin des Kronprinzen, über die neue Motorsport-Boomregion. "Hier fahren viele kleine Michael Schumacher auf den Straßen. Die Aktivitäten und das Adrenalin müssen kanalisiert werden. Nirgendwo sterben so viele junge Menschen auf den Straßen wie bei uns. Deshalb brauchen wir die Rennstrecken und die Fahrsicherheitszentren."

Der Hobby-Rennfahrer, dessen anderer Cousin Ahmed Al Maktoum bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im Doppeltrap-Schießen gewann, will im nächsten Jahr seine Formel A1 ins Leben rufen. Für die Serie, die mit 520 PS starken Einheitsautos laufen soll, hat er das Preisgeld von 52 Mill. Dollar (41,6 Mill. Euro) für drei Jahre ausgelobt. Die Idee ist, eine Formel-1-ähnliche Serie in den Wintermonaten auszutragen.

Die A1 Grand Prix Serie soll ein Big Business mit Länderteams werden. Nach seiner Aussage konnte er bereits einen der zehn reichsten Männer der Welt für diese Serie, die im Oktober 2005 in New York starten soll, begeistern. Scheich Maktoum ist entschlossen, die Serie zu installieren: "Ich bin gewohnt, Dinge zu dominieren und wenn ich zuvor zehn Jahre Geld dabei verliere, aber ich bin sicher, es wird ein großes Geschäft."

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