Mourinho will „als Trainer wachsen“
Dirigent der Diamanten

Trainer José Mourinho führt den FC Porto zum Gewinn der Champions League und wechselt wohl zum FC Chelsea.

GELSENKIRCHEN. Der blau-weiße Konfetti-Regen war über den Siegern heruntergegangen, Portos Spieler schleppten den Pokal gerade in die Kurve ihrer Fans, als der junge Vater des portugiesischen Triumphes abrupt kehrtmachte. Trainer José Dos Santos Mourinho, 41 Jahre alt, hatte die Trophäe nach dem überraschend klaren 3:0 über den AS Monaco nur kurz in den Händen gehalten. Dann ließ er seine Spieler allein auf dem Rasen der Schalke Arena herumtollen und eilte zu Frau und Tochter. Ein berührender Moment der Umarmung mit der Familie folgte, den portugiesische Beobachter als erstes Entfernen aus der Gemeinschaft des FC Porto deuteten, zumal Mourinho sich später zu auffällig mühte, den bevorstehenden Wechsel zum FC Chelsea nicht "im süßesten Augenblick" verraten zu wollen, wo "wir Geschichte geschrieben haben".

Viel mehr öffentliches Gefühl leistete sich Mourinho an diesem Abend nicht und blieb damit seiner ihm nachgesagten Disziplinsucht verfallen. Seine Spieler wiederum hatte er anstecken können mit seinem Faible, und so ließ eine eher durchschnittliche portugiesische Mannschaft dem Gegner aufgrund verbissener Ordnungsliebe und Sinn für kleinste taktische Details keine Chance. Der Erfinder dieser Mannschaftstugend arbeitete sich dabei im feinen dunklen Anzug an der Außenlinie ab und dirigierte seine "Diamantenposition", wie Mourinho die Viererkette und ihre streng nach Vorschrift rotierenden Vorderleute nannte.

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