Mozart zwischen Rock und Barock
Mozartband geht auf Tournee

Sie nehmen Kompositionen von Mozart, lösen einzelne Fragmente heraus und setzen sie mit Rock-, Pop-, Folk- und Jazz-Elementen neu zusammen. Die Mozartband aus Österreich will möglichst viel Mozart erhalten und trotzdem eine neue Musik schaffen.

HB/dpa HAMBURG. "Wir versuchen Mozarts Universum ein bisschen zu drehen, aber so gefühlvoll, dass nichts reißt", sagt Wolfgang Staribacher, Gründer und Leiter der Band.

Die Idee, Mozarts Musik neu zu interpretieren und fortzuführen, hatte Staribacher vor rund acht Jahren. Der österreichische Musiker spielte Mozartsymphonien auf seinem Akkordeon, experimentierte mit den Melodien und gründete schließlich die Mozartband. "Ich habe immer in Bands gespielt, in diesem Umfeld ist freies Spiel und Improvisation möglich", sagt er. Und warum Mozart? "Weil Haydn nicht so funky ist und Beethoven finde ich auch nicht so gut." Außerdem sei Mozart schon vor 250 Jahren ein Popstar gewesen.

Fünf Musiker stellten 1995 die Mozartband. Das Quintett verjazzte Mozartthemen, doch Staribacher wollte mehr: Er suchte Musiker, die "Mozart verstehen und sprechen können, die genau spüren, was man verändern darf und was nicht". Über die Jahre arbeitete er mit mehr als hundert Instrumentalisten und Sängern zusammen, bis die zehnköpfige Band stand.

"Es reichte nicht, wenn einer gut spielen kann, er musste sich auch mit Mozart beschäftigt haben und in seine Musik verliebt sein", sagt Claudia Weinzierl, künstlerische Leiterin der Band. Das gelte insbesondere für die Sänger: "Wenn man Mozart nicht technisch sauber singen kann, lässt sich auch nicht über die Stücke improvisieren", sagt sie. Mit Annette Koch, Barbara Karolyi und Christian Wolf sei es geglückt, eine klassische Sängerin, eine Pop- und eine Rockstimme in die Band zu holen. Alle Musiker haben Erfahrungen in verschiedenen Musikstilen: Geiger Toni Burger spielte Folk, Jazz und Klassik, Fagottist Vladimir Kacar zog nach einer klassischen Ausbildung mit einer Punkband durchs Land.

An ihrer ersten CD "Soul" arbeitete die Band zwei Jahre. Alle Songs bauen auf Mozartkompositionen auf. Oft sind es unbekanntere Stücke. Viele Lieder entstanden gemeinschaftlich: Die Musiker spielten aus den Partituren, modifizierten Stimmen und improvisierten über die Akkordfolgen. Für andere Stücke wählte Staribacher einzelne Mozartmelodien aus und komponierte sie fort. "Es hat noch nie jemand gemerkt, wo Mozart aufhört und Staribacher anfängt. Das ist mir ganz wichtig", sagt er. "Ich möchte, dass die Leute erkennen, dass es Mozart ist, aber das Gefühl haben, in einem Rockkonzert zu sitzen."

Tourdaten: Regensburg (9. Juni), Köln (10.), Frankfurt/Main (11.), Hamburg (12.), Berlin (13.), Leipzig (15.), Bad Arolsen/Hessentag (16.), Stuttgart (17.) und München (18.).

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