Müdes Geschäft vor Ostern
Wachstumswerte bieten keine oscarreife Darbietung

Die vorösterliche Fastenzeit währt noch vier Tage und auch der Neue Markt übt sich in Askese. Am Montag gaben die Kursbarometer bei dünnen Umsätzen leicht nach. Der Aktie von IM Internationalmedia verhalf die begehrteste Filmtrophäe der Welt zu Kurszuwächsen.

FRANKFURT/M. Der Mediensektor spielt schon lang keine Hauptrolle mehr am Neuen Markt. Da passt die Nachricht ganz gut, die am Montag die Aktie des Medienunternehmens IM Internationalmedia ins Rampenlicht rückte: Jim Broadbent wurde bei der diesjährigen Oscar-Verleihung für seinen Auftritt in der IM-Koproduktion "Iris" ausgezeichnet - als bester Nebendarsteller. Die Börse reagierte immerhin mit einem Kursaufschlag von über 8 %.

Filmreif war die gestrige Vorstellung des Neuen Marktes ansonsten nicht gerade: Der Nemax ging aus dem äußerst ruhigen Handelstag mit einem Abschlag von 0,72 % auf 1 027 Zähler. Der Nemax 50 verlor 0,5 % auf 1 029 Punkte. Für Verstimmung sorgten die US-Technologiewerte, die nach einer moderat freundlichen Eröffnung deutlich ins Minus rutschten.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand die Mobilcom AG. Die Aktie, die in dem wochenlangen Drama à la Kramer gegen Kramer zwischen Großaktionärin France Telecom und Unternehmensgründer Gerhard Schmid in der Rolle des leidtragenden Scheidungskinds überzeugt hatte, legte bis zum Abend kräftig zu. Dahinter stand offenbar die Hoffnung auf satte Alimente: Medienberichten zufolge bemüht sich France Telecom um das alleinige Sorgerecht für die Büdelsdorfer Telefongesellschaft und will Schmid im Gegenzug 22 Euro pro Anteil zahlen. Auch nach dem gestrigen Kursplus von 10 % auf 15,07 Euro würde ein entsprechendes Angebot an die freien Aktionäre eine ordentliche Prämie beinhalten.

Ob die Mobilcom-Aktionäre tatsächlich mit einem öffentlichen Angebot rechnen können, ist keinesfalls sicher. Deshalb ist die Spekulation auf eine vollständige Übernahme mit erheblichen Risiken behaftet.

Das gilt nach wie vor auch für die Wette auf Penny Stocks. Am Montag lockte hier die Gesellschaft für Network Training (GfN) mit einem Kursgewinn von fast 25 %. Die Aktie wird zu den ersten gehören, die den Neuen Markt mangels ausreichender Bewertung verlassen müssen, wenn die Börse im Rechtsstreit um die neuen Ausschlussregeln siegt. Obendrein verfehlte GfN die Ziele für 2001 bei Weitem. Da braucht es viel Risikogeist, um das Versprechen, 2002 endlich Gewinne zu schreiben, in eine Kauforder umzumünzen.

Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinn gemacht hat das Berliner Medizintechnikunternehmen W.O.M. World aber leider deutlich weniger als im Vorjahr. Die Schuld dafür gab das Unternehmen der Verzögerung bei der Produktzulassung in den USA. Die Anleger besänftigte das offenbar nicht: Der Kurs fiel um mehr als 11 % auf 5,25 Euro. Im Vergleich zum Ausgabepreis, zu dem die Aktie als eine der letzten Neuemissionen im Juni 2001 kam, ist das ein Minus von über 50 %.

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