Mühlemann geht zum Ende des Jahres
Milliarden-Verlust bei der CS Group

Der Schweizer Finanzkonzern CS Group hat aufgrund von substantiellen Verlusten im Versicherungsbereich im dritten Quartal einen Konzernverlust von 2,148 Milliarden Franken erwirtschaftet. Im Hinblick auf das vierte Quartal bleibt die Gruppe vorsichtig, aber 2003 will der Konzern wieder einen angemessenen Gewinn erzielen.

Reuters ZÜRICH. Das zweite Quartal hatte der zweitgrösste Bankkonzern der Schweiz bereits mit einem Reinverlust von 579 Millionen Franken abgeschlossen und im dritten Quartal des Vorjahres war ein Minusbetrag von 299 Millionen Franken zu verbuchen gewesen.

Angesichts der Verlustserie erklärte Lukas Mühlemann, der Konzerleiter und Präsident der Verwaltungsrates, bereits Mitte September seinen Rücktritt von allem Ämtern per Jahresende. Seine Nachfolge als operative Chefs sind Oswald Grübel für das normale Bankgeschäft und John Mack für das Investmentbanking. Verwaltungsratschef soll der Swiss Re-Chef Walter Kielholz werden.

Die Versicherungstochter Winterthur belastete das operative Ergebnis der Gruppe mit 1,4 Milliarden Franken. Hinzu kam ein operativer Verlust der Investmentbank-Tochter Credit Suisse First Boston von 426 Millionen Franken. Einem operativen Gewinn im Private Banking von 303 Millionen Franken und von 102 Millionen Franken im Schweizer Geschäft stehen Wertberichtigungen von 206 Millionen Franken auf die Beteiligung an dem Versicherer Rentenanstalt sowie Sonderkosten von 119 Millionen Franken gegenüber. Daraus ergab sich für die ganze Gruppe ein operativer Verlust von 1,8 Milliarden Franken.

Um die Ergebnisse zu verbessern, hat Credit Suisse eine Reihe von Veränderungen in die Wege geleitet. Winterthur erhält mit dem Investmentbanker Leonhard Fischer einen neuen Konzernchef und soll im vierten Quartal besser abschneiden. Die Europaaktivitäten werden auf das Private Banking fokussiert. Bei CSFB, wo die Marktanteile gehalten werden konnten, sollen weitere 500 Millionen Dollar zu den schon geplanten 2,4 Milliarden Dollar eingespart werden. CSFB soll 2003 wieder profitabel arbeiten. Die Dividende für 2002 dürfte zehn Rappen betragen, hiess es weiter.

Wenn sich Gelegenheiten bieten, wolle die Gruppe eine Stärkung des Kapitals prüfen. Dazu zähle auch der Verkauf von nicht zum Kernegschäft zählenden Aktivitäten. Unmittelbar stehe aber keine Kapitalerhöhung an, sagte Finanzchef Phil Ryan im Gespräch mit Reuters. Die Winterthur Gruppe soll erst einmal profitabel gemacht werden, liess der Finanzchef durchblicken. Aber es würden natürlich laufend alle Optionen geprüft.

Bei den verwalteten Vermögen verzeichnete die Gruppe im dritten Quartal einen Netto-Abfluss von 13,7 Milliarden Franken. Im Vorquartal resultierte noch ein Nettozufluss von 4,2 Milliarden Franken. Der Bestand an verwalteten Vermögen betrug am 30. September 1221,8 Milliarden Franken gelegen. Das war ein Minus von 5,5 Prozent gegenüber dem Stand vom 30. Juni 2002.

Analysten rechneten mit einem Verlust von zwei Milliarden Franken und mehr. Die Prognosen verteilten sich aber über eine relativ grosse Bandbreite und das zeigte, dass sich Branchenspezialisten schwer tun mit einer Einschätzung der Bank.

Die UBS, der grösste Schweizer Bankkonzern erzielte im dritten Quartal einen Gewinn von 942 Millionen Franken und schnitt damit um einiges besser ab als erwartet.

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