Müll-Entsorgung
Kommentar: Kölsches Kalkül

Mit Macht setzt das Duale System Deutschland (DSD) auf die Macht des Faktischen.

Sind erst einmal alle Verträge mit den Entsorgungsbetrieben unterschrieben, so das Kalkül des Kölner Grüner-Punkt-Lizensierers, mögen technische Innovationen noch so interessant erscheinen - sie stören nicht das alte Geschäftsmodell, mit dem es sich seit Jahren auf Kosten der Verbraucher so kommod leben lässt. Nicht nur die richterliche Auslegung der Verpackungsverordnung von 1991 muss für die ungestörte Fortführung des DSD-Geschäfts herhalten. Auch den Testlauf eines Konkurrenzverfahrens, bei dessen Erfolg die eigenen Entsorger möglicherweise mit Umsatzeinbußen zu rechnen hätten, hat man clever terminiert: Ergebnisse gibt es erst dann, wenn alle Anschlussverträge schon unterzeichnet sind. Für ein möglicherweise kostengünstigeres Verfahren ist es dann, leider, leider, schon zu spät. Doch es kommt noch schlimmer: Ab Mitte 2005 darf auch der Restmüll nur noch auf die Deponie, wenn er zuvor umwelttechnisch behandelt wurde. Das heißt: Die Anforderungen an Verpackungs- und Restmüll gleichen sich an, die Sammlung in zwei Tonnen wird noch unsinniger. Doch zum Glück haben die Entsorger, denen das DSD zu einem Drittel gehört, ihre Verträge dann längst in der Tasche.

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