Müllaffäre weitet sich aus
BDO-Vorstand muss gehen

Die rheinische Korruptionsaffäre erreicht jetzt auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, die gemeinsam mit Pricewaterhouse Coopers die Bücher der Müllfirma Trienekens prüft.

wil DÜSSELDORF. Pikant: Als BDO den Auftrag von der Trienekens-Mutter RWE annahm, saß im Vorstand der Prüfungsgesellschaft Ulrich Pago, ein enger Freund von Karl Wienand. Der SPD-Politiker war jahrelang Berater von Trienekens, gegen ihn wird bereits ermittelt. Zur Geburtstagsfeier Wienands war Pago ebenso eingeladen wie Sigfrid Michelfelder, Chef des Müllanlagenbauers Steinmüller, der Ende Februar wegen Verdacht auf Bestechung in Untersuchungshaft kam. Außerdem hatte Pago den Bonner CDU-Fraktionschef Reiner Schreiber mit einem Beratervertrag versorgt, der erst am 31. März diesen Jahres beendet wurde. Am 8. April musste Schreiber in U-Haft. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Für die Bonner Stadtverwaltung soll BDO ein Gutachten zur Privatisierung der Müllverbrennungsanlage erstellt haben. Für die Privatisierung hat sich nach Angaben aus dem Stadtrat auch eine Trienekens-Tochter als Betreiberin interessiert. Erst am vergangenen Donnerstag trat Pago auf Druck der RWE Umwelt AG, die 50 Prozent an Trienekens hält, von seinem Vorstandsposten zurück und schied nach rund 30 Jahren aus der BDO aus. Inzwischen zeigt sich, dass von Trienekens Ende der neunziger Jahre nicht zwölf Millionen Mark in die Schweiz geflossen sein sollen, wie zunächst angenommen wurde, sondern mehr als 25 Millionen Mark.

Quelle: Wirtschaftswoche

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%