Müller: „Chancen sind sehr gering“
Poker um Morientes geht weiter

Stundenlang verhandelten Manager Rudi Assauer, Vizepräsident Josef Schnusenberg und Teammanager Andreas Müller am Montag in Madrid mit den Real-Managern Jorge Valdano und Emilio Butragueno, um den Millionen-Deal perfekt zu machen. Der 27 Jahre alte Fernando Morientes, Wunschspieler von Trainer Jupp Heynckes, soll künftig beim FC für Siege sorgen.

HB/dpa GELSENKIRCHEN "Es waren sehr seriöse und professionelle Gespräche. Mit Real waren wir schon ziemlich weit, es gab nur noch Details zu klären. Sie sind bereit, Morientes abzugeben. Aber mit dem Berater des Spielers ist es viel schwieriger. Deshalb schätze ich die Chancen im Moment als sehr gering ein. Aber das Thema ist noch nicht gestorben", sagte Andreas Müller am Dienstag der dpa. Es werde nun telefonisch weiter verhandelt. "Wir versuchen auf Schalke immer das Mögliche und auch das Unmögliche zu schaffen. Aber das ist nicht ganz einfach."

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Mit dem Spieler selbst habe man noch keinen Kontakt gehabt, versicherte Müller. Offenbar besteht die größte Schwierigkeit darin, Morientes und dessen Berater von einem Wechsel in die Bundesliga zu überzeugen. "Es ist natürlich schwer, einen solchen Spieler nach Deutschland zu holen. Er hat mit Real die Champions League gewonnen, ist mehrfacher spanischer Meister. Er hat in Madrid sein persönliches Umfeld und müsste vieles aufgeben. Aber wir haben versucht, seinem Berater klar zu machen, dass es für Morientes besser ist, bei Schalke zu spielen als bei Real auf der Bank zu sitzen."

Morientes, der unter Heynckes 1998 mit den Madrilenen in der europäischen Königsklasse triumphierte, ist zurzeit hinter Raul und Ronaldo bestenfalls zweite Wahl. Zudem drängt Javier Portillo ins Team. Trainer Carlos Queiroz gibt Morientes nur wenig Einsatzchancen, so dass der Torjäger (105 Treffer in 257 Ligaspielen) auch um seine Karriere in der Nationalelf bangen muss.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Dienstag-Ausgabe) soll Schalke bereit sein, die von Madrid geforderte Ablösesumme von rund zehn Millionen Euro zu bezahlen. "Eine Summe in dieser Höhe kann ich nicht bestätigen. Es ist weniger", stellte Müller klar. Ob die Gehaltsvorstellungen des 24-maligen Nationalspielers, der bei Real etwa 2,7 Millionen Euro netto pro Saion kassieren soll, das größte Hindernis seien, wollte Müller nicht sagen. Möglicherweise gebe es aber schon bald eine Entscheidung. So oder so, am kommenden Sonntag schließt die Transferliste.

Fest steht, dass Heynckes' Lieblingsschüler den etablierten Offensiv-Kräften Ebbe Sand, Emile Mpenza, Victor Agali und Gerald Asamoah kräftig einheizen würde. "Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir im Sturm Handlungsbedarf sehen", sagte Müller. Sand ist eigentlich schon seit der WM 2002 auf der Suche nach der einstigen Form, Mpenza wird ständig durch Verletzungsprobleme zurück geworfen, und Agali und Asamoah vergeben zu viele Möglichkeiten. Müller: "Wir alle kennen die Problematik, einen Knipser wie Morientes könnten wir gut gebrauchen. Und wenn solch ein Stürmer zu haben ist, muss man alles versuchen."

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