Müller – Die lila Logistik und World of Medicine streben an den Neuen Markt
Börsenaspiranten fassen wieder Mut

Eineinhalb Monate nach dem letzten Börsengang am Neuen Markt wagen sich mit der Müller - Die lila Logistik AG und World wieder zwei Unternehmen mit ihren Börsenplänen an die Öffentlichkeit. Für den Logistik-Dienstleister Müller ist es bereits der zweite Anlauf. Kommentar: Jetzt kommen die Jumbos Analyse: Langsame Fahrt im Hafen der Neuemissionen

scc FRANKFURT/M. Eigentlich sollten die Aktien von Müller - Die lila Logistik seit dem 5. April auf dem Kurszettel des Frankfurter Neuen Marktes stehen - eigentlich. Denn das zu diesem Zeitpunkt schwache Börsenumfeld ließ den Logistik-Dienstleister aus dem schwäbischen Besigheim kurzerhand von seinen Börsenplänen abrücken. Nun ist das Warten auf bessere Zeiten für Müller vorüber. Am 30. Mai will die Firma den Börsengang nachholen. Sie wagt sich damit als erstes der Unternehmen, die in diesem Jahr verschoben haben, wieder an die Öffentlichkeit. Müller - Die lila Logistik wäre damit in diesem Jahr die achte Neuemission am Neuen Markt.

Begünstigen könnte den Müller-Börsengang die im Vergleich zum Gesamtmarkt außergewöhnlich gute Entwicklung der Logistik-Aktien. D.Logistics, Thiel Logistik und Microlog hielten sich im vergangenen Jahr im Vergleich zum restlichen Markt sehr gut. Was die Größe anbelangt kann sich Müller mit keinem der drei Konkurrenten messen. D.Logistics und Thiel sind in puncto Umsatz sogar über dreißig Mal so groß wie Müller.

"Wir haben nach der Absage weiterhin engen Kontakt zu den Banken und Investoren gehalten. Von dort kam zuletzt ein sehr positives Feedback", begründet der Vorstandsvorsitzende Michael Müller gegenüber dem Handelsblatt den schnellen zweiten Anlauf. Finanziellen Druck habe sein Unternehmen nicht: "Wir sind operativ profitabel, wollen aber Projekte bei Kunden und geplante Akquisitionen sehr schnell umsetzen", so Müller. Ein Großteil der durch den Börsengang geplanten Einnahmen von bis zu 15 Mill. Euro werde in diese Bereich fließen.

Abstriche bei der Bieterspanne

Allerdings musste der Logistik-Dienstleister im Vergleich zum ersten Versuch einige wesentliche Abstriche hinnehmen. Lag die ehemalige Bookbuildingspanne von 9 Euro bis 10,50 Euro noch sehr nahe am fairen Unternehmenswert, den die konsortialführende Landesbank Baden Württemberg damals mit 9,70 bis 11,50 Euro je Aktie angab, so rangiert sie jetzt mit 6,50 bis 7,50 Euro erheblich darunter. Der relativ hohe Ausgabepreis stieß damals bei vielen Marktteilnehmern auf Kritik. Im Gegensatz zum ersten Versuch werden diesmal die Altaktionäre keine Anteile anbieten. Im April sollten noch über 30 % der Aktien aus deren Besitz kommen.

Im vergangenen Jahr hat das schwäbische Unternehmen 13,1 Mill. Euro umgesetzt und dabei einen Verlust von 0,8 Mill. Euro erzielt. In diesem Jahr erwartet Müller einen Umsatz von 31,6 Mill. Euro, im nächsten Jahr 66,5 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll auf 2,4 Mill. Euro, dann auf 14,2 Mill. Euro wachsen. Im Jahr 2004 soll die Ebit-Marge schließlich bei 15,4 % liegen. An Aufträgen stehen bereits 82 % der erwarteten Umsätze für 2001 in den Büchern. Für das Jahr 2002 liegt der Anteil bereits bei über 60 %. Im ersten Quartal 2001 erzielte Müller einen Umsatz von 4,64 Mill. Euro, was einem Plus von 42 % gegenüber dem ersten Quartal 2000 entspricht. Das Ebit stieg in dieser Zeit von der Nulllinie auf 280 000 Euro.

Mit W.O.M. kommt ein weiterer Medizintechniker

Neben Müller - Die lila Logistik gab gestern auch die W.O.M. World AG aus Ludwigsstadt ihre Börsenpläne bekannt. Der Anbieter medizinischer Chirurgie-Geräte plant für den 13. Juni sein Debüt am Neuen Markt. Vom 6. bis zum 11. Juni sollen bis zu 2,53 Mill. Aktien (inklusive Greenshoe) zur Zeichnung angeboten werden. Konsortialführer ist die DG Bank, mit im Konsortium ist die Concord Effekten AG und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank. Seit 25 Jahren ist W.O.M. bereits im Bereich der Minimal invasiven Chirurgie (MIC) tätig. Hier ist nach Unternehmensangaben durch den Einsatz endoskopischer Techniken ein wesentlich kleinerer operativer Eingriff erforderlich als bei der klassischen Chirurgie. Im abgelaufenen Jahr erzielte W.O.M. einen Umsatz von 23,6 Mill. Euro, der in diesem Jahr auf 33,6 Mill. Euro steigen soll. Angaben zum Ergebnis machte das Unternehmen allerdings nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%