Müller fordert die Bewag auf, das Vorhaben nicht zu blockieren
Bundesregierung unterstützt Stromfusion im Norden

Die Bundesregierung will den schwedischen Vattenfall-Konzern beim Aufbau eines großen nordostdeutschen Stromversorgers unterstützen.

Reuters BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller sagte der "Berliner Zeitung": "Mein Interesse ist, dass der Verbund zwischen VEAG, Laubag und einem namhaften westdeutschen Stromversorger gelingt". Er habe Vattenfall-Chef Lars Josefsson bereits vor einigen Tagen zugesagt, ihn bei den entsprechenden Bemühungen zu unterstützten. Die Berliner Bewag, die ursprünglich ebenfalls in die Fusion einbezogen werden sollte, forderte Müller auf, dieses Vorhaben nicht zu blockieren.

Der Vattenfall-Konzern, der über seine Tochter HEW bei der Bewag engagiert ist, und der US-amerikanische Mirant-Konzern, der ebenfalls Großaktionär der Bewag ist, hatten vor wenigen Tagen das Scheitern ihrer Gespräche über die Fusion von HEW , Bewag sowie den ostdeutschen Stromfirmen Veag und Laubag mitgeteilt. Vattenfall will nun nach eigenen Angaben allein ohne Mirant und damit die Bewag die HEW mit VEAG und Laubag zusammenführen.

Für die Bundesregierung stand vor allem im Vordergrund, die Arbeitsplätze in der ostdeutschen Stromindustrie und im Braunkohletagebau zu sichern. Sie hatte den geplanten Zusammenschluss daher unterstützt. "Zu diesen Zusagen stehen wir weiterhin, wenn das Verbundunternehmen zügig geschaffen wird - im umgekehrten Fall werden wir uns kritisch melden", kündigte Müller an. Die Bewag dürfe diese Pläne nicht durchkreuzen. "Ich habe die Bewag ausdrücklich gebeten, ihren Bruchteilsbesitz bei VEAG und Laubag in den Dienst der Bildung des Verbundunternehmens zu stellen", sagte der Minister. Die Bewag ist über eine Holding an VEAG und Laubag beteiligt.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) führte bereits Gespräche mit Spitzenvertretern von Vattenfall und Mirant. Wowereit will sich nach eigenen Angaben einschalten, um für die Berliner Bewag Nachteile aus dem Scheitern der Fusionsbemühungen zu vermeiden. Ansonsten sehe er die Bewag nach Umstrukturierungen gut aufgestellt, um auch eigenständig eine gute Rolle am Strommarkt zu spielen, hatte er erklärt.

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