Müller sieht Stimmungswende
Weihnachtsgeschäft in Schwung

Das Weihnachtsgeschäft hat in Deutschland nach einer kleinen Atempause in der vergangenen Woche am dritten Adventssamstag wieder Schwung bekommen. Wie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Samstag mitteilte, lief der Verkauf für die meisten Geschäfte im Vergleich zum ebenfalls guten zweiten Adventssamstag "noch positiver".

dpa HAMBURG. Rund 70 % der befragten Händler hätten von einem Umsatzplus gesprochen, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Der Handel blicke optimistisch auf die kommende Woche und den letzten Adventssamstag.

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller sieht im Weihnachtsgeschäft eine Wende zum Besseren. Der "Bild am Sonntag" sagte Müller, "grundsätzlich ist die Stimmung schlechter als die Fakten. Der Trend scheint sich bei den Konsumenten schon umzukehren: der Einzelhandel beispielsweise spricht über gute Umsätze im Weihnachtsgeschäft. Ich denke, da zeichnet sich eine Stimmungswende ab."

Zwei Tage vor Ausgabe der ersten Euro-Münzen in Deutschland waren Geschenke rund um den Euro gefragt. Als Renner hätten sich Portemonnaies mit Euro-Abmessungen, Euro-Rechner, DM-Gedenkbücher oder Euro-Gesellschaftsspiele erwiesen, teilte der HDE weiter mit. Diese Artikel seien mancherorts schon vergriffen oder nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden.

Daneben standen Uhren, Schmuck, Kosmetik, Mobiltelefone, Fernseher und Computer ganz oben auf den Wunschzetteln. Bei frostigen Temperaturen war auch vermehrt Winterbekleidung gefragt. "Wir hatten einen Textil-Samstag: Von der Mütze über den Schal bis zu den Mänteln ist alles gekauft worden", hieß es bei Karstadt in Frankfurt am Main, Achim Grunwald. Bei den Kinderspielwaren wird "gezielt breit" vom Spiel über Technik bis zu Puppen und Plüsch gekauft. Ein Verkaufsschlager waren die Artikel von Zauberlehrling Harry Potter. "Potter verkaufen wir in allen Variationen - von der Tasse bis zum Zauberstab".

Der Kälteeinbruch hatte bei vielen Sachsen einen wahren Kaufrausch geweckt: In Chemnitz, Dresden und Leipzig berichteten die Kaufhäuser über klingelnde Kassen. "Besonders Winterjacken und Skiausrüstungen sind jetzt gefragt", sagte Michael Prause von der Leipziger Karstadt- Filiale. Nach einem verhaltenen Andrang an den beiden zurückliegenden Adventssamstagen rechneten die Händler mit einem Rekordumsatz. "Es schneit leicht, ist weihnachtlich kalt und der Umsatz ist entsprechend gut", kommentierte Thomas Bader von Karstadt Dresden das Weihnachtsgeschäft. Im Rathauscenter in Dessau war der Andrang um die Mittagszeit "wahnsinnig groß", sagte eine Sprecherin des Managements.

Für den Geschäftsführer eines großen Münchner Kaufhauses war "der Samstag sicherlich der bisher stärkste Tag im diesjährigen Weihnachtsgeschäft". Der Düsseldorfer Kaufhausgeschäftsführer Horst Socher meinte, "letztes Jahr war der Tag vor Heiligabend der verkaufsstärkste. Den schaffen wir heute". In Berlin war das Ergebnis nach Auskunft des Einzelhandels durchwachsen, die Stimmung nicht mehr so "euphorisch" wie an den vorangegangenen Samstagen, sagte Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen.

In Hessen sprach der HDE-Landesverband vom besten Verkaufstag in der Vorweihnachtszeit. Das sonnige Winterwetter habe für volle Geschäfte und gute Umsätze gesorgt. "Wir haben drei gute Samstage hinter uns", zog LHE-Präsident Frank Albrecht in Frankfurt Bilanz.

Verhalten äußerte sich dagegen Johann Hellwege vom Handelsverband BAG, nach eigenen Angaben der "Verband für den Einzelhandel am Wirtschaftsstandort Innenstadt". Im Vergleich zum Vorjahr bringe das Weihnachtsgeschäft voraussichtlich nur eine Umsatzsteigerung von maximal ein bis zwei Prozent. Das Verbraucherverhalten zu Weihnachten ermögliche indes keine Wende im Gesamtjahresergebnis, das vor allem von Konsumzurückhaltung geprägt gewesen sei.

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