Müller zieht positive Bilanz der Liberalisierung seit 1998
Preisrutsch bei Strompreisen

Der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt hat nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller die Preise für Privatkunden seit 1998 um 18 % gedrückt. "Es behaupte also keiner, die Liberalisierung komme beim privaten Stromkunden nicht an", sagte der parteilose Minister am Dienstag bei einem Energiekongress in Berlin.

ap BERLIN. Unternehmen hätten sogar Nachlässe von bis zu 50 % erzielt. Der Wechsel zwischen Stromanbietern soll nach seinen Worten künftig leichter werden.

Insgesamt zog Müller eine positive Bilanz der Liberalisierung in den vergangenen vier Jahren und wies Kritik der EU-Kommission am deutschen Verfahren zurück. Der deutsche Weg, zum Beispiel die Entgelte für die Netznutzung zwischen Stromanbietern aushandeln zu lassen und nur bei Streit staatlich einzugreifen, habe sich bewährt. Müller bezweifelte Berechnungen der EU, wonach diese Netzentgelte in Deutschland besonders hoch seien. Die EU vergleiche bei ihren Rechnungen Äpfel mit Birnen.

Müller räumte ein, dass die Öffnung des Markts nicht völlig reibungslos verlaufen sei. Gerade die Möglichkeit des Anbieterwechsels, die für den Wettbewerb Voraussetzung sei, hätten die Energiekonzerne zu unterlaufen versucht. Wechselkunden hätten unter anderem mit Doppelrechnungen und zeitweiligem Stromausfall zu kämpfen gehabt.

Fachleute seines Ministerium hätten deshalb inzwischen eine Liste mit Regeln für reibungslose Kundenwechsel erarbeitet. Wer sich als Anbieter künftig nicht daran halte, werde ein "Rechtfertigungsproblem" haben. Damit würden sich diese "Best-Practice"-Vorgaben durchsetzen. "Ich setze darauf, dass die Branche das Angebot, unbürokratisch und kundenfreundlich auftretende Probleme zu lösen, zu schätzen weiß", sagte Müller.

Der Minister ermahnte die Energiekonzerne, ähnlich wie für den Strommarkt bereits geschehen, so schnell wie möglich eine Verbändevereinbarung für den Gasmarkt zu schließen. Sollte dies nicht geschehen, werde die Verhandlungsposition der Bundesregierung in Brüssel geschwächt und die Verteidigung des deutschen Liberalisierungswegs schwierig. Letztlich würde bald eine Regulierungsbehörde notwendig, die dann nicht nur die Bedingungen des Gasmarkts, sondern auch des Strommarkts bestimmen würde, sagte Müller.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%