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München feiert WM-Helden von 1974DPA-Datum: 2004-07-05 16:16:12

München (dpa) - Uli Hoeneß gerät ins Schwärmen, wenn er an den großen Tag vor 30 Jahren zurückdenkt. «Eine WM im eigenen Land und speziell das Finale in München prägen sich enorm ein», sagte der heutige Manager des FC Bayern München über seinen größten Erfolg als Fußball-Profi.

München (dpa) - Uli Hoeneß gerät ins Schwärmen, wenn er an den großen Tag vor 30 Jahren zurückdenkt. «Eine WM im eigenen Land und speziell das Finale in München prägen sich enorm ein», sagte der heutige Manager des FC Bayern München über seinen größten Erfolg als Fußball-Profi.

Die Weltmeisterschaft 1974, der Titelgewinn der deutschen Mannschaft am 7. Juli - für Hoeneß war es einfach «ein gigantisches Erlebnis». Franz Beckenbauer nannte die WM einmal das «Allergrößte», Sepp Maier den Titel «natürlich das Nonplusultra».

Am 7. Juli, kurz nach dem Jubiläum der «Helden von Bern», kann der deutsche Fußball erneut an ein großes Erfolgserlebnis erinnern. Dann jährt sich das Münchner 2:1 gegen die Niederlande zum 30. Mal; die 74er-Helden werden sich auf Einladung der Stadt und des WM-Organisationskomitees 2006 in München wiedersehen. «Teilweise haben wir uns Jahre nicht mehr gesehen. Ich bin richtig gespannt auf das Treffen», sagte Beckenbauer.

«Gott sei Dank leben noch alle, das muss man auch mal sagen. Dass wir uns nach 30 Jahren wieder treffen, ist eine wunderschöne Gelegenheit, um mal wieder Geschichten zu erzählen und zu hören, wie es den Einzelnen ergangen ist», meinte Hoeneß voller Vorfreude. Einige der damaligen Weltmeister sind auch danach Berühmtheiten geblieben - darunter die Prominenz des FC Bayern München: Beckenbauer, Hoeneß, Maier, Gerd Müller. Der Manager freut sich aber vor allem auf Kollegen, die aus dem Rampenlicht verschwunden sind: «Bei uns, die wir immer im Blickpunkt stehen, weiß man ja, was die machen. Bei den anderen ist es schön zu hören, was sie so tun.»

Bei einem Empfang im Rathaus sollen sich das Weltmeister-Team, aber auch die Spieler der damaligen DDR-Mannschaft ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Am Abend folgt ein Treffen auf Einladung des WM-OK 2006. Zudem sind die WM-Pokale von 1954 und 1974 zu besichtigen.

Es war ein dramatisches Finale gewesen - im Olympiastadion vor über 75 000 Zuschauern. Am Ende setzte sich die Kampfkraft der Elf von Bundestrainer Helmut Schön gegen die Spielfreude der niederländischen Stars um Johan Cruyff durch. Denkbar ungünstig hatte das Spiel für die Deutschen begonnen, als Johan Neeskens nach einer Minute per Elfmeter traf - nach einem Foul von Hoeneß. «Ich war ja sehr aktiv beteiligt an dem Elfmeter, das war natürlich ein Schock, ich bin ja kein Abwehrspieler. Ich habe versucht, dem Berti Vogts gegen Johan Cruyff auszuhelfen und ich bin zu spät gekommen. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass es kein Elfmeter war, weil es direkt am Strafraumeck war», erinnert sich der Bayern-Manager noch genau. Doch dann erzielte Paul Breitner (25.) ebenfalls per Strafstoß den Ausgleich, und Müller gelang das 2:1 kurz vor der Pause.

Viele der deutschen WM-Finalisten blieben im Fußball und im Fokus der Öffentlichkeit: Erfolgsmensch Beckenbauer gewann 1990 auch als Teamchef den Titel und holte als OK-Chef die WM 2006 nach Deutschland. Hoeneß formte den FC Bayern zum Branchenriesen. Berti Vogts führte die Nationalmannschaft zum EM-Titel. Sepp Maier hält Oliver als Bundestorwarttrainer in Form. Paul Breitner, Wolfgang Overath, Gerd Müller, Jürgen Grabowski oder Bernd Hölzenbein stehen noch heute für Glanzzeiten des deutschen Fußballs.

«Natürlich hat die WM mein Leben verändert, denn es war zum ersten Mal nach 1954, dass Deutschland Weltmeister wurde - und das im eigenen Land, wo die ganze Bevölkerung mitgefiebert hat», sagte Hoeneß im Rückblick. Wenn er an die bevorstehende WM 2006 denkt, hofft er auf ebenso große Begeisterung bei den Stars von heute: «Ich kann unseren Spielern immer nur sagen, wenn man da dabei sein kann und eine WM im eigenen Land spielen kann, das ist das Größte.»

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