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München legt Linux-Projekt vorerst auf Eis - Wien steigt ein

(dpa-AFX) München - Die Stadt München hat ihr vielbeachtetes Projekt, die Computer der Stadtverwaltung auf das freie Betriebssystem Linux umzustellen, vorerst auf Eis gelegt. Grund sind rechtliche und finanzielle Risiken, die sich durch die umstrittenen EU- Softwarepatente ergeben könnten. Die für Ende Juli geplante Ausschreibung des "Limux Base Client" könne vorerst nicht starten, gab der oberste EDV-Verantwortliche der Stadt München, Wilhelm Hoegner, am Dienstagabend bekannt. Die Stadtverwaltung müsse nach einem Hinweis der Grünen zunächst die rechtlichen und finanziellen Risiken analysieren.

(dpa-AFX) München - Die Stadt München hat ihr vielbeachtetes Projekt, die Computer der Stadtverwaltung auf das freie Betriebssystem Linux umzustellen, vorerst auf Eis gelegt. Grund sind rechtliche und finanzielle Risiken, die sich durch die umstrittenen EU- Softwarepatente ergeben könnten. Die für Ende Juli geplante Ausschreibung des "Limux Base Client" könne vorerst nicht starten, gab der oberste EDV-Verantwortliche der Stadt München, Wilhelm Hoegner, am Dienstagabend bekannt. Die Stadtverwaltung müsse nach einem Hinweis der Grünen zunächst die rechtlichen und finanziellen Risiken analysieren.

Dagegen will die Stadt Wien zumindest teilweise auf andere Software umsteigen. Die österreichische Hauptstadt will ihrer Verwaltung den Einsatz der Alternative zu Windows auf der Hälfte der insgesamt 16 000 Computer nahe legen. "Manchmal macht es Sinn, ein Monopol zu brechen", sagte Rudolf Schicker von der Stadtverwaltung der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Stadt wolle keine Entscheidung in die eine oder andere Richtung fällen, aber ihren Mitarbeitern eine Wahl geben.

Nach einem Beschluss des EU-Wettbewerbsrats vom Mai kann künftig Computersoftware patentiert werden. Damit sollen Innovationen in der EU durch ein Patent geschützt werden und deren Erfinder ihren gerechten Anteil an der Nutzung bekommen. Kritiker wenden dagegen ein, dass die Patentierbarkeit Innovationen und vor allem die Nutzung von freier Software behindern könne.

Die Münchner Grünen hatten zuletzt im Juli vor nicht kalkulierbarem Schaden gewarnt. Vor allem kleine und mittelständische Softwarehersteller würden durch das neue Recht die Leidtragenden sein. Alleine die Basissoftware, die auf den Computern der 14 000 Mitarbeitern der Stadt München installiert werden sollte, stehe möglicherweise im Konflikt zu über 50 europäischen Softwarepatenten, hieß es.

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