Münchener greifen nach Honeywell-Sparte
Knorr-Bremse wird Weltmarktführer bei Lkw-Bremsen

Der Bremssystemhersteller Knorr-Bremse AG, München, steht offenbar kurz vor der Übernahme der Lastwagen-Bremsen-Sparte des US-Konzerns Honeywell. "Wir haben Gespräche aufgenommen", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Es gebe aber noch mehrere Punkte, die geklärt werden müssten. Die Verhandlungen scheinen allerdings weiter fortgeschritten, als das Unternehmen offiziell zugibt. In Branchenkreisen wird noch in diesem Monat mit einem Abschluss der Verhandlungen gerechnet.

mwb MÜNCHEN. Knorr gilt als Weltmarktführer bei Eisenbahnbremsen. Mit der Übernahme der Lkw-Bremsen-Sparte von Honeywell, die rund 450 Mill. $ umsetzt, würde Knorr-Bremse auch die Weltmarktführung bei Lkw-Bremsen übernehmen. Die Münchener kämen dann auf einen Marktanteil von 50 % und überträfen damit den US-Konzern Wabco.

Knorr arbeitet mit Honeywell bei Lkw-Bremsen schon länger in Gemeinschaftsunternehmen eng zusammen.

Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Analysten gehen davon aus, dass in dieser Branche kaum mehr als ein Viertel des Jahresumsatzes als Kaufpreis gezahlt wird.

Knorr-Bremse gehört zu 100 % der Familie Thiele. Der ehemalige Anwalt Heinz Herrmann Thiele hatte 1985 den damals stark angeschlagenen Konzern übernommen. In den vergangenen Jahren ist das Traditionsunternehmen kontinuierlich gewachsen und hat den Umsatz seit 1997 auf 1,6 Mrd. ? (2001) verdoppelt. Zum Wachstum trugen auch die Akquisitionen von Mannesmann Rexroth Pneumatic und der britischen Westinghouse Brakes bei.

Das Unternehmen steht mit den beiden Bereichen Eisenbahn- und Lastwagen-Bremsen auf zwei Standbeinen, die in etwa gleich groß sind. Ertragszahlen für das vergangene Jahr nannte das Unternehmen noch nicht. Doch die weltweit rückläufige Nutzfahrzeug-Nachfrage dürfte auch Knorr getroffen haben. In 2000 lag das operative Ergebnis bei 86 Mill. ? und der Konzernjahresüberschuss bei knapp 60 Mill. ?. Knorr beschäftigt rund 10 000 Mitarbeiter.

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